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Parasitenmittel soll Nashörner retten;

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Parasitenmittel soll Nashörner schützen

17.04.2013, 15:37 Uhr | hut

Nashörner sind eine der gefährdetsten Tierarten der Welt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nashörner sind eine der gefährdetsten Tierarten der Welt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Sie werden gesucht, gejagt und getötet. Und das nur wegen eines Horns aus Eiweiß und dem Irrglauben, dass dieses Wunder vollbringt. Nashörner sind heute stark bedroht und zählen zu den gefährdetsten Tierarten Afrikas. Die Nachfrage nach ihren Hörnern steigt, die Preise für das Hornpulver übersteigen bei weitem den Wert von Gold. Tierschützer wollen nun gegen die Wilderei angehen, indem sie die Hörner vergiften und so ungenießbar machen.

Gerüchte um Krebsheilung befeuern die Nachfrage

Seit langem kursiert in Asien das Gerücht, dass das Hornpulver wahre Wunder bewirkt. So soll es nicht nur Fieber senken und die Potenz steigern, sondern auch Malaria und sogar Krebs heilen. Die Nachfrage nach den kostbaren Hörnern steigt rasant. Allein im letzten Jahr wurden den Angaben von Greenpeace zufolge knapp 670 Nashörner getötet. Tierschützer haben in der Nähe von Johannesburg nun eine unkonventionelle Methode entwickelt, um der Wilderei Einhalt zu gebieten: Sie versehen die Hörner mit einem Gemisch aus Gift und Farbstoff. So sollen sie ungenießbar und wertlos werden.

Parasitenmittel soll Nashörner retten

Das Giftgemisch besteht aus Parasitiziden, die üblicherweise gegen Flöhe und Zecken eingesetzt werden. Diese werden in ein Loch im Horn des betäubten Tiers gespritzt. Für die Nashörner ist das Parasitenmittel unschädlich, doch beim Menschen löst der Verzehr starke Magenschmerzen, Erbrechen und Durchfall aus. Das angebliche Wundermittel wird damit zum akuten Krankheitsrisiko. Damit sich das schneller herumspricht und Wilderer abschreckt, werden in den Reservaten Warnschilder aufgestellt. Diese verkünden, dass die Hörner mit Gift behandelt wurden und keinesfalls zum Verzehr geeignet sind.

Rote Farbe soll abschrecken

Die rote Farbe im Giftgemisch soll die betroffenen Hörner kenntlich machen und zudem abschrecken. Schließlich verliert das Hornpulver durch die unnatürliche Färbung, die allerdings nur im Horninneren zu sehen ist, also erst beim Mahlen des Horns sichtbar wird, an Wert. Auf eine äußerliche Kennzeichnung wollen die Tierschützer verzichten, damit die Nashörner - auch für die Touristen - ihr natürliches Aussehen wahren. Um die markierten Tiere dennoch wiederzuerkennen, werden sie mit einem Mikrochip versehen.

Tierschützer sind optimistisch

Die Methode der Tierschützer zeigt Wirkung, auch wenn sie umstritten ist. Immerhin sind die empfindlichen Tiere bei der Betäubung, die zur Injektion des Giftes notwendig ist, großen Belastungen ausgesetzt. Dennoch sind die Tierschützer optimistisch und halten an ihrem ungewöhnlichen Schutzprogramm fest. Der Erfolg gibt ihnen recht: Bislang wurde keines der markierten Tiere gewildert.

Quelle: hut


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