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Passivhaus: Wohnen mit niedriger Energiebilanz

29.10.2012, 10:15 Uhr | se (CF)

Wer sich für den Bau eines Passivhauses entscheidet, schont nicht nur die Umwelt, sondern kann auch bares Geld sparen. Mittlerweile liegen auch die Baukosten nur noch geringfügig über denen konventioneller Neubauten. Durch jahrelange Forschung verbesserte sich nicht nur die Energiebilanz, die umweltfreundlichen Häuser lassen sich mittlerweile auch in fast allen Größen und Formen errichten.

Was zeichnet ein Passivhaus aus?

Das hervorstechende Merkmal von Passivhäusern ist ihre Energiebilanz. Derzeit verbrauchen sie gerade mal ein Viertel der Energie, die vergleichbare konventionelle Neubauten verbrauchen, so die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Diese umweltfreundliche Energiebilanz ist das Ergebnis verschiedener Faktoren, die beim Bau eines Passivhauses berücksichtigt werden.

Passivhaus: Mehrkosten gesunken, Vielfalt gestiegen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Passivhaus: Mehrkosten gesunken, Vielfalt gestiegen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Zum einen sind die Häuser sehr kompakt gebaut, sodass der bewohnte Innenraum sehr effizient beheizt werden kann. Für einen geringen Wärmeverlust sorgt außerdem eine hochwirksame Wärmedämmung von Außenwänden, Dach sowie Fenstern. Zusätzlich hält eine spezielle Bodenplatte die Wärme im Passivhaus. Doch nicht nur die Dämmung sorgt für eine vorbildliche Energiebilanz. Sowohl Bauweise als auch spezielle Technik sorgt dafür, dass natürliche Wärmequellen ausgeschöpft werden können, um die Heizkosten weiter gering zu halten. So kann nicht nur die Sonnenwärme genutzt, sondern auch warme Abluft eines Passivhauses zurückgewonnen werden. Ein ausgeklügeltes Belüftungssystem sorgt für ein stets behagliches Raumklima.

Weitere Faktoren für eine gute Energiebilanz

Die Energiebilanz bei Passivhäusern lässt sich durch zahlreiche weitere Stellschrauben optimieren. Wasser lässt sich mithilfe einer entsprechenden Aufbereitungsanlage wie beispielsweise Sonnenkollektoren erwärmen. Und natürlich können Solarpanele für umweltfreundlichen Strom sorgen, der anschließend stromsparende Haushaltsgeräte versorgt. Die Wärme, die solche Haushaltsgeräte abgeben, wird energieeffizient zurückgewonnen und zur Beheizung des Passivhauses verwendet. Auch die Bewohner selbst dienen durch die Wärmerückgewinnung als Heizkörper: Ein gesunder Mensch bringe etwa 100 Watt Heizlast, so der Bauexperte Ludwig Rongen laut einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auf diese Weise ist es möglich, dass ein Passivhaus pro Jahr und Quadratmeter maximal eineinhalb Liter Heizöl zum Heizen verbraucht – übrigens eines der Kriterien, die ein solches Haus erfüllen muss.

Mehrkosten gesunken, Vielfalt gestiegen

Lange haben sich Bauherren bei einem Neubau gegen ein Passivhaus entschieden, weil die Kosten im Vergleich zum konventionellen Hausbau merklich höher lagen. Mittlerweile betragen die Mehrkosten lediglich noch fünf bis zehn Prozent, so Rongen weiter. Der Grund: Je mehr Häuser gebaut werden, desto günstiger fällt die Produktion der Bauteile aus. Viele Teile können nämlich in Serie hergestellt werden.

Mittlerweile ist die Bauform sogar nicht mehr nur auf Ein- oder Mehrfamilienhäuser beschränkt. Es wurden bereits diverse Schulen, Kitas und Pflegeheime in der Passivhaus-Bauweise errichtet. Auf die Energiebilanz wirkt sich hier auch die hohe Anzahl an Personen aus, die sich regelmäßig in solch großen Gebäuden aufhalten.

Quelle: se (CF)



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