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PET-Recycling: Fleece-Pullover und Ski-Jacken aus Plastikflaschen

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Plastikflaschen in der Skijacke

14.11.2011, 10:24 Uhr | os, feelgreen.de

Außenseite und Netzfutter der Jacke Clariden von Vaude bestehen aus recycelten Polyester. (Quelle: Hersteller)

Außenseite und Netzfutter der Jacke Clariden von Vaude bestehen aus recycelten Polyester. (Quelle: Hersteller)

PET-Recycling schont nicht nur die Umwelt, es macht auch Mode. So erobern immer mehr wiederverwertete PET-Flaschen den Modemarkt. Sie werden zu trendigen Funktionsjacken oder kuschligen Fleece-Pullovern verarbeitet. Gut für die Umwelt: Auf diese Weise reduziert sich der Müllberg und es wird weniger Erdöl für die Plastikherstellung verbraucht. Nicht nur als Kleidung: Diese Produkte entstehen aus PET-Recycling.

Als eines der ersten Unternehmen setzte das Outdoor-Bekleidungsunternehmen Patagonia bereits im Jahr 1993 Fleece-Stoff aus wiederverwerteten Plastikflaschen ein. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen auf diese Weise verhindert, dass mehr als 92 Millionen PET-Flaschen auf der Müllhalde landen. Auch Unternehmen wie Mammut oder Vaude setzen auf Öko-Design. So hat Vaude Schlafsäcke, Rucksäcke oder sogar Zelte mit Recycling-Materialien im Angebot. Für sein Umweltengagement ist Vaude in diesem Jahr beim deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet worden. Und H&M brachte im Frühjahr letzten Jahres eine blumige Kleiderkollektion aus Ökobaumwolle und PET-Recycling auf den Markt.

Lohnendes Geschäft mit Sekundärrohstoff

Die Verwertung der PET-Flaschen als Textilfaser lohnt sich – für die Umwelt, als auch wirtschaftlich. Die Plastikflaschen werden von den Recyclingfirmen gewaschen und zerschreddert. Auf diese Weise entstehen so genannte Flakes, kleine Plastikteilchen, die später geschmolzen und wiederum zu Flaschen geformt werden. Allerdings ist nur etwa 30 Prozent des Materials hochwertig  genug, um für neue Flaschen verwendet zu werden. Der Rest geht meist nach Asien in die Textilproduktion, wo das Granulat ebenfalls eingeschmolzen, dann zu Fäden gezogen und zu Kunststofffasern weiterverarbeitet zu werden. Das Material ist heiß begehrt, denn Recycling-PET ist weitaus günstig als fabrikneues PET-Granulat. Zudem werden bis zu 50 Prozent Energie im Herstellungsprozess und circa 50 Prozent an CO2-Emission eingespart.

PET-Recycling schont die Umwelt

Plastik ist für die Umwelt hochproblematisch. Am nützlichstes wäre es natürlich, solche Produkte gänzlich zu meiden. Die größte Sünde besteht jedoch darin, Plastik einfach in der Umwelt zu entsorgen. Bis zu 240 Millionen Tonnen Kunststoff werden weltweit pro Jahr produziert. Davon landen laut NABU (Naturschutzbund Deutschland) mehr als 6,4 Millionen Tonnen im Meer. So dreht sich im Nord-Pazifik bereits seit Jahren ein riesiger Müllstrudel von der Größe Mitteleuropas, ein zweiter hat sich im Südwest-Atlantik gebildet. Für viele Meerestiere stellt dieser Müll eine große Bedrohung dar. Meeressäuger verstricken sich in abgerissenen Fischernetzen, Seevögel ersticken in Plastikringen.

Hungertod mit Plastik im Magen

Doch nicht nur die größeren Plastikteile sind für die Umwelt gefährlich. Durch Sonneneinstrahlung und Wellenbewegung wird der Müll in immer kleinere Partikel zerlegt. Diese werden an den Strand angeschwemmt oder lagern sich am Meeresboden ab. Außerdem werden die Plastikteile von Tieren wie Albatros und Eissturmvogel mit Nahrung verwechselt. In der Folge reichert sich das Plastik im Magen an, da es nicht ausgeschieden werden kann. Am Ende müssen die Tiere verhungern, da der gesamte Verdauungstrakt verstopft ist.

Hohe Konzentration an Giftstoffen

Dazu kommt, dass sich wasserunlösliche Gifte wie DDT oder Polychlorierte Biphyenyle bevorzugt an der Oberfläche der Plastikteile anreichern. Diese landen zusammen mit den sonstigen toxischen Stoffen des Plastiks in der Nahrungskette. Sogar im Plankton wurden bereits Giftstoffe aus Plastik nachgewiesen.

Quelle: os, feelgreen.de


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