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Plastikmüll im Meersalz

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In Meersalz befinden sich jede Menge Plastikteilchen

21.11.2015, 14:30 Uhr | feelgreen.de

Studie: Meersalz ist kein reines Naturprodukt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Studie: Meersalz ist kein reines Naturprodukt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Grobkörniges Meersalz sieht schick aus, knirscht so schön in der Mühle und vermittelt das Gefühl, ein echtes Naturprodukt zu verwenden. In der modernen Küche steht es oft im Regal. Doch damit "versalzt" man sich leicht die Suppe - denn eine Studie fand jetzt heraus, dass ausgerechnet Meersalz einiges an Plastikmüll enthält. Wesentlich mehr als andere Salzsorten.

Eine Studie aus China weist jetzt nach, dass Meersalz im Vergleich zu anderen Salzarten wesentlich mehr Reste von Kunststoffen enthält. Die Forscher der East China Normal University in Shanghai haben 15 verschiedene Sorten von Salz - Meersalz, Solesalz und Steinsalz - gekauft und untersucht. In den Körnern aus dem Meer fanden sich Fasern und Stückchen von Kunststoffen, sogenanntes Mikroplastik. Die Teilchen sind zwischen 0,001 und fünf Millimeter groß.

Schuld an dieser hohen Verunreinigung ist die Art, wie das Produkt gewonnen wird: Meersalz entsteht durch die Verdunstung von Meerwasser, das ist die einfachste Form der Salzgewinnung. Der Vorteil ist, dass Mineralien wie Magnesium und Kalzium erhalten bleiben - im Vergleich zu anderen Salzsorten ist deren Anteil wesentlich höher. Der Nachteil: Auch Schadstoffe bleiben in dem Salz.

Woher die Plastikteilchen stammen

Die Mini-Plastikschnippsel werden beim Wäschewaschen aus der Kleidung gespült, sind Teil des Plastikmülls, der in den Meeren schwimmt oder stammen - wie die Peelingkügelchen - aus Kosmetikprodukten. Solche Partikel gelangen ins Abwasser und letztlich in Flüsse, Seen und Meere.

Bergwerk-Salz am reinsten

In jeder der 15 Salzsorten wiesen die Forscher Mikroplastik nach. Am stärksten war Meersalz belastet, zwischen 550 und 681 Partikel pro Kilogramm fanden sich dort, je nach Produkt. Im Siedesalz, das aus Sole gewonnen wird, konnten 43 bis 364 Teilchen pro Kilo nachgewiesen werden. Am reinsten scheint Salz aus Bergwerken zu sein, eine der Proben von Steinsalz enthielt sogar nur sieben Partikel.

Die Forscher konnten nicht klären, ob sich Mikroplastik auch im menschlichen Körper absetzt. In Meerestieren wurden solche Reste schon nachgewiesen. Unklar ist auch, welche gesundheitlichen Folgen das hat. Auf jeden Fall ist diese Erkenntnis Wasser auf die Mühlen der Ernährungsexperten, die seit langem mahnen, weniger Salz zu sich zu nehmen.

Quelle: feelgreen.de



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