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Pro Kopf sechs Kilo mehr Verpackungsmüll in Deutschland

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Pro Kopf sechs Kilo mehr Verpackungsmüll in Deutschland

16.10.2015, 11:59 Uhr | dpa, t-online.de

Gelbe Säcke: Immer mehr Verpackungsmüll in Deutschland. (Quelle: dpa)

Gelbe Säcke: Immer mehr Verpackungsmüll in Deutschland. (Quelle: dpa)

Die Deutschen sind vorbildlich in Sachen Mülltrennung. Doch bei der Müllvermeidung rangieren sie EU-weit am Ende. Aufs Jahr gesehen hat jeder Bürger zuletzt sechs Kilo mehr Verpackungsmüll "produziert". Die Ursachen sind vielfältig. 

Kaffee-to-go im Pappbecher, fertig gemixter Salat in der Plastikschale: Trends wie diese haben den deutschen Berg an Verpackungsmüll weiter wachsen lassen. Jeder Einwohner warf rechnerisch knapp 213 Kilogramm davon weg, wie das Bundesumweltministerium nach jüngsten Daten für 2013 auf eine Grünen-Anfrage antwortete.

Deutschland hat das höchste Verpackungsaufkommen

Das waren pro Kopf sechs Kilogramm mehr als 2012. Insgesamt kamen 2013 rund 17,1 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle zusammen, vor allem Papier und Kartons, Kunststoffe und Glas. Auch je Einwohner hat Deutschland das höchste Verpackungsaufkommen in der EU, wie das Ministerium erläuterte.

Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Bärbel Höhn (Grüne), sagte, unnütze Verpackungen müssten vermieden werden. "Wir brauchen Anreize, dass die Kaffeekapsel nicht dreifach verpackt ist." Auch Salatgurken müssten nicht noch extra mit Plastikfolie überzogen sein.

Der umweltpolitische Sprecher der Grünen, Peter Meiwald, sagte: "Wir entwickeln uns immer mehr zur Wegwerfgesellschaft - durch kürzere Nutzungsdauern, steigenden Nahrungsmittelkonsum außer Haus und kleine Einheiten im Handel."

Weniger Mehrwegverpackungen

Als ein Grund für wachsende Mengen an Verpackungsmüll gilt der Trend zu Lebensmitteln für unterwegs. Zudem werden generell mehr Produkte importiert, wie das Ministerium erläuterte. Dabei würden erheblich weniger Mehrwegverpackungen verwendet.

Mehr Verpackungen gibt es auch, weil zusehends kleinere Portionsgrößen für Single- oder Seniorenhaushalte angeboten werden. Beim wachsenden Online-Handel werden die Waren in Kartons verschickt.

Neues Wertstoffgesetz geplant

Das Umweltministerium betonte, möglichst viele Abfälle sollten recycelt werden. Ein geplantes Wertstoffgesetz sieht vor, die bisherige gelbe Tonne und den gelben Sack zu einer Wertstofftonne zu erweitern. Diese soll nicht nur wie bisher Verpackungen aufnehmen, sondern auch andere Wertstoffe aus Kunststoff und Metall wie Bratpfannen, Kleiderbügel oder ausrangiertes Plastikspielzeug.

An dem Gesetz zur "haushaltsnahen Getrennterfassung", das regeln soll, welche Abfälle in den gelben Sack gehören, wurde vier Jahre gearbeitet. Laut "Handelsblatt" könnten umweltbewusste Mülltrenner künftig jedoch Probleme bekommen: Ausgediente Produkte dürfen laut Plan nur dann in die gelbe Tonne, wenn sie nicht schwerer als fünf Kilo sind.

Quelle: dpa, t-online.de



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