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Protest: Rumänen demonstrieren gegen Goldminen-Projekt

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Rumänen protestieren gegen den Einsatz von Zyankali

16.09.2013, 11:02 Uhr | dpa, afp

Umwelt: Rumänen demonstrieren gegen Goldminen-Projekt.  (Quelle: Reuters)

Zehntausende Rumänen demonstrieren gegen Goldminen-Projekt.   (Quelle: Reuters)

Rund 20.000 Menschen haben am Sonntag in mehreren rumänischen Städten gegen eine geplante riesige Goldmine in der Region Transsylvanien protestiert. Sie befürchten massive Umweltschäden, weil die kanadischen Projektbetreiber das Gold mit giftigem Zyanid fördern wollen. Auf Spruchbändern waren Parolen zu lesen wie "Wälder, kein Zyankali" oder "Eine Zukunft ohne Zyankali". Für die Goldgewinnung sollen tausende Tonnen Zyankali eingesetzt werden. 

Protest richtet sich gegen rumänische Regierung

Die größte Demonstration fand mit bis zu 25.000 Menschen in der Hauptstadt Bukarest statt. Die Demonstrationen richten sich gegen Pläne der rumänischen Regierung, der kanadischen Firma Gabriel Resources mit Hilfe einer Gesetzesänderung eine Goldgewinnung in großem Stil in der Ortschaft Rosia Montana zu ermöglichen.

Goldstollen droht zerstört zu werden

Die Gegner des Projekts fürchten unter anderem, dass der Tagebau die einmaligen rumänischen Goldstollen zerstören würde. Außerdem kritisieren sie, dass die Regierung für eine ausländische Firma die Gesetze ändern will. Das sei "sehr gefährlich", sagte Sorin Jurca, der aus Rosia Montana zur Demonstration in Bukarest gekommen war. 

Gabriel Resources will dort mit seiner Tochterfirma Rosia Montana Gold Corporation den größten Gold-Tagebau Europas einrichten. Die Regierung hatte das Gesetz Ende August verabschiedet. Es sieht unter anderem die Vereinfachung von Enteignungen für den Bergbau vor. Seit rund zwei Wochen gibt es Proteste gegen das Vorhaben.

Bergleute sind für das Projekt

Im westrumänischen Rosia Montana gingen zeitgleich mehrere tausend Menschen auf die Straße, um sich gemeinsam mit den Bergleuten für das Projekt starkzumachen. 33 Bergleute, die sich drei Tage lang aus Protest gegen einen möglichen Stopp des Vorhabens in den Stollen verbarrikadiert hatten, stiegen am Sonntag nach einem Besuch des Minsterpräsidenten Victor Ponta vor Ort wieder ans Tageslicht. Sie sind für das Projekt, weil sie sich davon sichere Arbeitsplätze versprechen. Die rumänische Regierung streitet zurzeit heftig darüber, ob die Goldminen eine Betriebsgenehmigung bekommen sollen. 

Die kanadische Bergbaufirma Gabriel Ressources bemüht sich seit 16 Jahren um eine Genehmigung zum Abbau von 300 Tonnen Gold und 1600 Tonnen Silber in Rosia Montana. Jüngst drohte Gabriel Ressources mit Schadensersatzforderungen von vier Milliarden US-Dollar, falls der rumänische Staat das Goldminen-Projekt verbietet. 

Quelle: dpa, afp


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