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Rohstoffe: Mit diesen Ideen spart Deutschland Energie

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Mit diesen Ideen spart Deutschland Energie

22.12.2014, 14:15 Uhr | stw

Rohstoffe: Die Biofassade des Algenhauses "BIQ" ist weltweit einmalig.  (Quelle: IBA Hamburg)

Die Biofassade des Algenhauses "BIQ" ist weltweit einmalig. (Quelle: IBA Hamburg)

Ein Haus aus Algen produziert Wärme, aus Biomüll wird Treibstoff und aus Toilettenabwasser sogar Strom. Das sind nur einige der Projekte, die von der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" und der Deutschen Bank prämiert wurden. Alle Projekte verfolgen das Ziel, Rohstoffe zu sparen, wiederzuverwerten oder sie durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. Wir stellen die Gewinnerprojekte des Wettbewerbs "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" vor.

Eine Fassade aus Algen

Ein Gewinnerprojekt und ein wirkliches Energiewunder ist das Algenhaus im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Dort ist das weltweit erste algenbetriebene Gebäude entstanden. Das mehrstöckige Wohnhaus "BIQ" (Bio-Intelligenzquotient) nutzt zur Energieerzeugung Mikroalgen, die in Glaselementen der Fassade wachsen. Das Haus bezieht Strom und Wärme für seine Bewohner somit vollständig aus sich selbst.

Die einzigartige Algenfassade des Gebäudes dient aber nicht nur der Energieerzeugung. Sie sorgt auch für Schallschutz, isoliert die Innenwände und reguliert Licht und Schatten im Haus.

Aus Toilettenwasser wird Energie

In Deutschland rauschen jährlich Milliarden Liter Wasser ungenutzt durch die Kanalisation. Dass man Abwasser auch anderweitig verwenden kann, zeigt ein weiterer Preisträger. Das Unternehmen "Hamburg Wasser" hatte die Idee, Toilettenwasser als Energiequelle zu nutzen. Dort erzeugen bereits 610 Wohnungen Strom und Wärme aus nährstoffhaltigem Toilettenabwasser und das sogar für ein ganzes Stadtviertel.

Mit Biomüll kann man fahren

In Berlin setzt man hingegen auf Müll. Dort wird aus Biomüll Treibstoff hergestellt. Auch diese Idee überzeugte die Jury. In einer Anlage entsteht aus Müll Biogas, das dann Müllfahrzeuge mit Treibstoff versorgt. Durch diese Technik werden jährlich 2,5 Millionen Liter Diesel eingespart und auch der Kohlendioxidausstoß wird um 12.000 Tonnen reduziert.

Auch Beton kann recycelt werden

In Deutschland fallen jährlich 250 Millionen Tonnen Bauschutt an. Das Fraunhofer Institut für Bauphysik IBP hat dieses Problem erkannt und eine Methode entwickelt um Beton recyceln zu können. Mithilfe von Blitzen, die unter Wasser verlaufen, wird Schutt in seine Bestandteile - Zementstein und Kies aufgesplittet. Daraus kann wiederum neuer Beton hergestellt werden.

Städte recyceln sich selbst

Ebenfalls von der Jury ausgezeichnet wurde das Projekt "Urban Mining - Städte als Rohstoffmine". Ein Verein in Essen zeigt in Vorträgen und Seminaren, wie sich Städte sozusagen selbst recyceln können. Denn jährlich fallen gigantische Mengen an Rohstoffen wie zum Bleispiel Blechdosen an, die eigentlich ganz leicht wiederverwendet werden können.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der Verein KUNST-STOFFE aus Berlin. Er vermittelt recyclingfähiges Material wie Werbeplanen, defekte Lüftungsrohre und Holzplatten weiter und zeigt Interessierten in einer Werkstatt, wie aus alten Sachen neue Ideen werden.

Die besten Ideen werden prämiert

Der Wettbewerb "Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen" soll die Innovationskraft kreativer Köpfe sichtbar machen. Eine Jury wählte aus 1.000 Bewerbungen die 100 besten Ideen, die einen nachhaltigen Beitrag für die Stadt der Zukunft liefern. Seit 2006 wurden bereits mehr als 2.500 Projekte prämiert. 2013/14 steht der Wettbewerb erstmals im Zeichen eines Themas "Ideen finden Stadt."

Quelle: stw


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