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Schadstoffe in Plastikmüll vergiftet Fische

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Schadstoff in Plastikmüll vergiftet Fische

21.11.2013, 16:09 Uhr | dpa

Mikroskopisch kleine Kunststoffteilchen verschmutzen die Meere: Vor allem die Fische leiden. (Quelle: dpa)

Hochseefischer wollen den Plastikmüll aus den Meeren fischen. (Quelle: dpa)

Winzige Kunststoffteilchen verschmutzen Flüsse, Meere und Küsten. Nun haben US-Forscher herausgefunden, dass der Plastikmüll Fischen auf die Leber schlägt.

Plastikmüll macht Fische krank

Fische, die schadstoffbelasteten Plastikmüll fressen, reichern nach einer US-Studie die Giftstoffe an und bekommen Leberschäden. Das Plastik dient den Schadstoffen sozusagen als Transportmittel in die Nahrungskette, berichtet eine Forschergruppe um Chelsea Rochman von der Universität Kalifornien in Davis im britischen Online-Journal "Scientific Reports". 

Meere und Küsten sind verschmutzt

Mikroskopisch kleine Kunststoffteilchen verschmutzen in großer Menge die Meere und Küsten. Eine Vielzahl von Tieren nimmt diese Teilchen aus der Umwelt auf. Am Plastik lagern sich - bereits in der Produktion oder anschließend in der Umwelt - künstliche und auch natürliche Chemikalien an, die von den Tieren mit aufgenommen werden. 

Der Kunststoff Polyethylen schädigt die Fischleber

Rochman und ihre Kollegen untersuchten die Auswirkung sogenannter PBTs (persistente bioakkumulative und toxische Substanzen) auf Reiskärpflinge. In Experimenten waren die kleinen Fische mehr als zwei Monate lang über Wasser und Nahrung dem Kunststoff Polyethylen, der beispielsweise in Plastiktüten und Folien Verwendung findet ausgesetzt. Die Fische reicherten in diesem Zeitraum die gefährlichen Substanzen in ihrem Gewebe an. Zudem schädigten die Stoffe die Leber der Fische. 

Die Forscher verglichen zusätzlich den Effekt von "sauberem" und schadstoffbelastetem Plastik. Während beide Kunststoffe die Leber belasteten, fiel die Schädigung beim verunreinigten Plastik deutlich stärker aus. Demnach sind nicht nur die anhaftenden Schadstoffe ungesund, sondern auch das Plastik selbst. Es gelte nun, die Auswirkungen dieser und ähnlicher Stoffe auf andere Organismen zu untersuchen, betonen Rochman und ihre Kollegen. 

Polyethylen ist einer der häufigsten Komponenten von Plastikmüll im Meer

Derzeit werden jährlich etwa 280 Millionen Tonnen Plastik weltweit produziert, Tendenz steigend. Etwa ein Drittel davon ist Polyethylen. Polyethylen lagert besonders stark organische Schadstoffe an und ist eine der häufigsten Komponenten von Plastikmüll im Meer. Bisher gibt es nur wenige Untersuchungen zu den Auswirkungen der Mischung aus Kunststoff und angelagerten Substanzen auf die Umwelt. 

Vor allem Plastikbeutel schaden der Umwelt

Nach Angaben der EU-Kommission wehen vor allem Plastikbeutel in Flüsse und Meere und schaden der Umwelt. Jeder Europäer verbraucht nach Angaben der Behörde 198 Plastikbeutel pro Jahr, etwa 90 Prozent davon aus leichtem Material. In Deutschland, wo ein funktionierendes Abfall- und Recyclingsystem die Umweltbelastungen verringert, sind es 71 Tüten. Mehr als 500 Plastiktüten pro Kopf verbrauchen nach Angaben der Kommission unter anderem Portugal, Polen und Ungarn. Sie will den EU-Staaten künftig erlauben, leichte Einkaufstüten zu verbieten.

Quelle: dpa


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