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Schwindel: "Unbehandelte" Zitronen sind voller Pestizide

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Betrug bei "unbehandelten" Zitronen

13.12.2011, 09:40 Uhr | WDR Markt/mt

Wer "unbehandelte" Zitrusfrüchte kauft, ist keinesfalls vor Giftcocktails geschützt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wer "unbehandelte" Zitrusfrüchte kauft, ist keinesfalls vor Giftcocktails geschützt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In der winterlichen Jahreszeit haben Zitrusfrüchte Hochsaison. Ob in Plätzchen, Punschgetränke oder Süßspeisen: Die aromatisierenden Orangen- oder Zitronenschalen sind aus der Winterküche nicht wegzudenken. Ob die Speisen und Getränke mit Zitrus- oder Orangennote aber auch wirklich ein Festschmaus und keine Gift-Mahlzeit sind, hat das WDR-Magazin "markt" getestet. Die Ergebnisse sind schockierend: Wer "unbehandelte" Früchte kauft, ist keinesfalls vor Pestiziden und Giftcocktails sicher.

Eine Gesetzeslücke macht den Schwindel möglich

Wer bei mangelndem Bio-Angebot im Laden oder auf dem Markt auch mal nach "unbehandelten" Zitronen oder Orangen greift, um die Schale zu verarbeiten, wird sich das vermutlich jetzt abgewöhnen. Zwar suggeriert das Wort "unbehandelt", dass sich der Käufer, wenn nicht sogar vor Pestiziden, so doch wenigstens vor Konservierungsstoffen sicher fühlen darf, aber dieses Versprechen wird nicht eingehalten, wie das WDR-Magazin "markt" aufdeckt.

Verschiedene Gift- und Konservierungsstoffe zugelassen

Zur Konservierung von Zitrusfrüchten sind die Stoffe Orthophenylphenol (E231) und Natriumorthophenylphenol (E232) zugelassen. Zusätzlich können Thiabendazol und Imazalil als pilzabtötende Mittel eingesetzt werden. Außerdem kann eine künstliche Wachsschicht zur Vermeidung des Feuchtigkeitsverlustes aufgetragen werden. Wenn Zitrusfrüchte nach der Ernte mit einem der genannten Mittel behandelt werden, unterliegt dies der Deklaration. Werden diese Mittel nicht ausgewiesen und werden die Früchte als unbehandelt bezeichnet, dürfen die Früchte folglich nach der Ernte nicht behandelt worden sein. (Quelle: vis Bayern)

Positiv: Untersuchte Bio-Früchte waren rückstandsfrei

Das WDR-Magazin "markt" hat 16 Proben von Orangen und Zitronen aus Supermärkten, Fachgeschäften, von Marktständen und aus dem Biohandel testen lassen, die alle als "unbehandelt" oder "nach der Ernte unbehandelt" ausgezeichnet waren. Das Ergebnis war erschreckend: Nur eine von zehn der konventionellen, vermeintlich unbehandelten Früchte war tatsächlich frei von Pestizid- und Konservierungsmittelrückständen. Teilweise wurden sogar Cocktails aus verschiedenen Pestiziden und Konservierungsmitteln gefunden. Die gute Nachricht: Alle sechs Bio-Proben waren rückstandsfrei!

Mit Tricks wird das Gesetz umgangen

Der Knackpunkt liegt natürlich darin, dass für konventionell angebaute Zitrusfrüchte nur das als "Behandlung" gilt, was "nach der Ernte" auf die Früchte aufgetragen wird. Alles, was dagegen vor der Ernte aufgespritzt wird, muss nicht gekennzeichnet werden. Damit auch konservierte Früchte als "unbehandelt" verkauft werden dürfen, ist also ein kleiner Trick nötig: Die Mittel, die klassisch nach der Ernte auf die Früchte kommen, werden einfach bereits auf die noch am Baum hängenden Zitronen und Orangen gesprüht. Wer sich auf die Deklaration "unbehandelt" verlässt, bekommt nur mit sehr viel Glück tatsächlich unbehandelte Früchte. Besser dran ist, wer Bioware kauft.

Quelle: WDR Markt/mt

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