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Sechs Argumente für einheimische Lebensmittel

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Sechs Argumente für einheimische Lebensmittel

20.03.2015, 11:09 Uhr | evidero; Manuela Hartung

Es gibt viele Gründe, warum Verbraucher auf regionale Produkte zurückgreifen sollten.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Es gibt viele Gründe, warum Verbraucher auf regionale Produkte zurückgreifen sollten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Tomaten aus Spanien, Äpfel aus Frankreich, Zucchini aus den Niederlanden: Die Globalisierung ermöglicht es, Lebensmittel aus aller Welt und zu jeder Jahreszeit zu bekommen. Doch sollten wir die wirklich kaufen? Das sind sechs Argumente, die Sie beim Einkauf bedenken sollten. 

Import und Export der gleichen Lebensmittel

Ein gutes Beispiel sind Äpfel. Der Apfel ist das beliebteste Obst der Deutschen, er wird in Massen angebaut, weiterverarbeitet und auch exportiert. Jedoch nicht nur in Länder, in denen selbst keine Äpfel angebaut werden können, sondern auch in EU-Länder wie Frankreich, die eine eigene Apfelproduktion haben. Im Gegenzug importieren wir Äpfel aus aller Welt.

Natürlich gibt es viele verschiedene Apfelsorten, von denen nicht alle in Deutschland wachsen. Dennoch haben wir eine ausreichend große Auswahl, so dass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Ein importiertes Produkt zu kaufen, wenn das gleiche auch in Deutschland produziert wird, ist schlichtweg unnötig.

Lebensmitteltransport belastet das Klima

Der weltweite Warentransport ist eine große Belastung für die Umwelt. Der größte Verschmutzer ist dabei das Flugzeug, dicht gefolgt vom LKW, dann das Schiff. Zwar werden schätzungsweise nur gut ein Prozent aller nach Deutschland importierten Lebensmittel mit dem Flugzeug geliefert, doch dies macht circa zehn Prozent der Treibhausgase aus, die beim Lebensmitteltransport in Deutschland entstehen. Mit dem Flugzeug werden vor allem leicht verderbliche Produkte transportiert, etwa Fleisch, Fisch oder Tropenfrüchte.

Der interkontinentale Transport mit dem LKW bedeutet ebenfalls eine große Belastung. Aus europäischen Ländern importierte Produkte weisen noch immer eine mindestens doppelt so hohe Umweltbelastung aus wie regional angebaute Lebensmittel.

Auch beim Schiffstransport liegt der Energieverbrauch elfmal höher als bei einheimischen Produkten, wie Forscher des Instituts für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen ermittelten. Das heißt: Für ein Kilogramm mit dem Schiff importierte Ware könnte man etwa elf Kilo heimische Ware transportieren.

Wir können regionale Produkte besser verarbeiten

Für unseren Körper ist es zunächst egal, ob wir einen deutschen oder einen französischen Apfel essen. Bei exotischen Produkten kann das jedoch anders aussehen. In den Jahrhunderten, in denen unsere Vorfahren vorwiegend regionale Produkte essen konnten, haben sich ihre Körper durch Mikro-Evolution an die Gegebenheiten angepasst. Aus diesem Grund gibt es zum Beispiel im asiatischen Raum wesentlich mehr Fälle von Laktose-Intoleranz, denn dort waren Milchprodukte nie ein Grundnahrungsmittel wie in Europa - die Gene haben sich nicht darauf eingestellt.

Natürlich kann unser Stoffwechsel die meisten fremden Produkte mehr oder weniger gut verarbeiten: Bananen etwa oder Orangen. Aber auch bei diesen Früchten haben manche Menschen Probleme, sie angemessen zu verdauen.

Es fällt Menschen generell leichter, den Vitaminbedarf aus heimischen Produkten zu decken. Zum Beispiel im Winter durch eingelagerte Äpfel oder die Vielfalt saisonaler Kohlsorten. Hinzu kommt, dass viele Lebensmittel in Übersee unreif geerntet und tiefgefroren werden. Erst im Supermarkt reifen sie nach. Da ihnen dafür dann die natürliche Strahlung der Sonne fehlt, ist auch ihr Vitamingehalt niedriger.

Wer regional isst, isst meist auch saisonal

Unser Stoffwechsel hat sich über lange Zeit daran gewöhnt bestimmte heimische Nahrungsmittel zu verschiedenen Jahreszeiten zu essen. Früher war das Standard: Menschen konnten nur essen, was gerade geerntet wurde oder haltbar gemacht worden war. Mittlerweile können wir Tomaten, Gurken oder Zucchini das ganze Jahr über kaufen, völlig unabhängig von der Saison.

Dabei hat jedoch jedes Obst und Gemüse seine eigene spezielle Zusammensetzung und versorgt uns mit unterschiedlichen Vitalstoffen - es ist also gut, den Speiseplan häufiger nach jahreszeitlichem Bedarf zu variieren: Im Winter vitaminreichen Kohl, im Sommer mineralstoffhaltige Beeren, im Herbst erntefrische Äpfel. So erhält der Körper entsprechend der Jahreszeit eine Vielfalt an Vitaminen und Mineralstoffen.

Regionale Wirtschaft stärken

Ein weiterer Grund für den Einkauf regionaler Produkte ist die Stärkung der heimischen Wirtschaft. Davon profitiert nicht nur der Landwirt, der die Lebensmittel angebaut hat, sondern auch der Verbraucher. Der Landwirt kann das Geld wiederum investieren - idealerweise ebenfalls in der Region.

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte und direkt beim Bauern in der Nähe kauft, kann außerdem genau nachvollziehen, woher seine Lebensmittel kommen und ob sie biologisch angebaut wurden. So kann man mit seinem Einkaufsverhalten gleichzeitig nachhaltige Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung fördern.

Längere Transportwege bedeuten größere Veränderungen an Lebensmitteln

Wenn Lebensmittel tage- oder wochenlang unterwegs sind, bis sie bei uns im Supermarkt landen, verlieren sie häufig ihren reinen, natürlichen Zustand. Säfte zum Beispiel werden meist durch chemische Prozesse haltbar gemacht, um die langen Wege zu überstehen. Auch andere Fertigprodukte werden mit Konservierungsstoffen und Zucker angereichert, damit sie länger haltbar sind und verschifft werden können. All dies führt dazu, dass der ursprüngliche Zustand der Lebensmittel verändert wird und unserem Körper weniger wertvolle Stoffe geliefert werden können.

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Quelle: evidero; Manuela Hartung


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