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Segelschiffe für die Energiewende: Strom aus Wind und Wasser

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Segelschiffe für die Energiewende: Strom aus Wind und Wasser

22.07.2013, 11:49 Uhr | sk (CF)

Neu ist die Idee nicht, Segelschiffe für die Energiewende einzusetzen und auf dem offenen Meer Strom zu erzeugen. Aber durch Kombination mit einem Konzept zur Energiespeicherung könnte sie bald Realität werden.

Von Wind zu Strom zu Gas

Zusammen mit seinem Mitarbeiter Thomas Raith präsentierte Prof. Dr. Michael Sterner von der Hochschule Regensburg in Berlin im Juni 2013 ein neues Konzept unter dem Namen "Segelenergie". Es sieht vor, auf dem Atlantik Segelschiffe für die Energiewende kreuzen zu lassen. Diese sind am Rumpf mit Propellern ausgestattet. Einen Teil der Bewegungsenergie kann das Schiff mit ihrer Hilfe in Strom umwandeln. Das sogenannte Power-to-Gas-Prinzip macht es möglich, diese Energie in Form von Wasserstoff zu speichern. Dieser soll wiederum ins Gasnetz eingespeist werden. Das Prinzip der Gasgewinnung sei nicht neu, wie die "Zeit" berichtet. Vielmehr sei es die Kombination von Stromherstellung durch Segelschiffe mit der direkten Umwandlung in Gas, die den Ansatz Sterners kennzeichne.

Die Vorteile der Segelenergie

Der Vorteil, wenn Segelschiffe für die Energiewende eingesetzt werden, liegt gegenüber Windrädern oder Offshore-Windanlagen vor allem in ihrer Mobilität. "Der Wind weht, wie er will, deshalb müssen wir ihm folgen, damit wir konstant Energie aus ihm gewinnen können", ließ Prof. Dr. Sterner über die Pressestelle der Hochschule Regensburg verlauten. Durch die Segelenergie würden laut der "Zeit" die Power-to-Gas-Anlagen etwa doppelt so gut ausgelastet wie Windanlagen auf dem Festland, weil Windrichtung und Stärke hier mehr schwanken als auf See. Die Umwandlung des Stroms in Gas mache zudem einen Ausbau des Stromnetzes überflüssig, der bei dem Bau herkömmlicher Windkraftanlagen immer erforderlich sei. Ein positiver Nebeneffekt ist außerdem, dass die Schiffe das Landschaftsbild nicht verändern, anders als zum Beispiel große Offshore-Parks an der Küste.

Segelschiffe für die Energiewende – ist das die Zukunft?

Probleme gibt es vor allem bei der konkreten Umsetzung der neuen Idee. Sterner plant zunächst eine Teststudie, da die Anzahl der benötigten Schiffe angesichts des ohnehin schon umfangreichen Schiffsverkehrs eine entscheidende Rolle spiele. Die Kosten für ein Projekt dieser Größenordnung seien ansonsten schwer zu kalkulieren. Experten geben darüber hinaus zu bedenken, dass die erhebliche Lärmentwicklung der Rotoren Meeresbewohner stören könnte. Wie Sterner in der Zeitung "Mittelbayrische" jedoch entgegensetzt, seien die Auswirkungen der Rotoren auf die Meeresfauna aufgrund langsamerer Drehzahlen aber wahrscheinlich geringer als die herkömmlicher Schiffsschrauben. Ob Segelschiffe für die Energiewende den von ihren Erfindern erhofften Beitrag leisten können, wird die Zukunft zeigen.

Quelle: sk (CF)


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