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Shell: US-Regierung genehmigt Projekt in der Arktis

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Trotz großer Bedenken: US-Regierung genehmigt Shell-Projekt in der Arktis

18.08.2015, 13:17 Uhr | dpa, feelgreen.de

Ein Transportschiff hat eine Ölplattform geladen, die Shell in der Tschuktschensee einsetzen will.  (Quelle: dpa)

Ein Transportschiff hat eine Ölplattform geladen, die Shell in der Tschuktschensee einsetzen will. (Quelle: dpa)

Shell darf nach mehr als 20 Jahren wieder vor Alaska nach Öl bohren. Das Arktis-Projekt des Mineralölkonzerns hat die Zulassung erhalten - dem heftigen Widerstand von Umweltaktivisten zum Trotz.

Nach intensiven Prüfungen habe das US-Innenministerium Shell erlaubt, unter Einhaltung rigoroser Sicherheitsvorkehrungen vor der Küste Alaskas nach Öl zu bohren. Das teilte die zuständige Behörde Bureau of Safety and Environmental Enforcement BSEE mit. Shell hatte sich über Jahre um die Erlaubnis bemüht.

Shell musste Bohrungen 2012 unterbrechen

Der britisch-niederländische Konzern will in der Tschuktschensee in relativ flachem Wasser bohren, 113 Kilometer entfernt von dem Dorf Wainwright an der Nordwest-Küste Alaskas. Schon im Mai hatte Shell die Genehmigung erhalten, in der Tschuktschensee in höheren Ebenen nach Öl zu bohren.

Shell hatte sein Ölbohr-Programm in der Region 2012 nach einer Reihe von Pannen unterbrochen. Dort hatte das Unternehmen die Kontrolle über eine Ölplattform verloren. Die Küstenwache musste daraufhin alle 18 Arbeiter evakuieren.

Aktivisten sehen enormes Risiko

Umweltschützer protestierten gegen die Pläne von Shell: Sie fürchten unumkehrbare Schäden in dem empfindlichen Ökosystem der Arktis und lehnen Bohrungen in arktischen Gewässern kategorisch ab.

Die Aktivisten weisen darauf hin, dass ein Unfall in dem Eismeer verheerendere Folgen haben könnte als die Havarie der Bohrinsel "Deepwater Horizon". Bei dem Unglück waren 2010 elf Menschen getötet worden, Millionen Barrel Öl strömten in den Golf von Mexiko und verursachten gravierende Schäden am Ökosystem.

Die Tschuktschensee gilt als besonders unberechenbar: Das Wetter ist extrem, die Wellen können Höhen von bis zu 15 Metern erreichen. Die nächste Küstenwache, die auf einen möglichen Ölaustritt reagieren könnte, liegt tausend Kilometer entfernt. Ein solcher Vorfall würde Grönlandwale, Walrosse und viele andere Meeressäuger bedrohen, die in dem Gebiet leben.

Quelle: dpa, feelgreen.de



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