20.10.2011, 09:07 Uhr | Yvonne Vavra / hadiet
Verbraucht ein leerer Kühlschrank mehr Energie als ein voller? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Verbraucht ein leerer Kühlschrank mehr Energie als ein voller? Sparen Kombi-Geräte bares Geld? Und soll das Licht dauerbrennen oder nicht? Viele Verbraucher fühlen sich angesichts der Fülle an Energiespar-Gerüchten verunsichert. Und auch die Schnelllebigkeit in der Welt der Technik macht es nicht einfacher. Denn neue Geräte und Siegel lassen die Grenzen zwischen Energieschleudern und sparsamen Geräten schnell verschwimmen. Was ist also dran an den Energiespar-Mythen?
Tatsächlich heizt sich ein kleiner Topfboden schneller auf als ein großer. Außerdem strahlt das kleinere Gefäß durch seine geringere Oberfläche weniger Wärme ab. So kann Energie gespart werden. Viel entscheidender für das energiesparende Kochen ist allerdings, dass die Topfgröße der Inhaltsmenge und der Topfboden dem Kochplattendurchmesser entspricht.
Das trifft nicht zu. Ein Waschtrockner braucht weniger Platz und ist beim Kauf günstiger als zwei Geräte. Auf lange Sicht zahlt es sich aber aus, zwei separate Geräte anzuschaffen. Waschtrockner verbrauchen viel Wasser und Energie, denn ihre Trommel wird mit Wasser gekühlt. Klassische Trockner brauchen kein Wasser. Sie arbeiten mit einem Abluft- oder Kondensprinzip. Am günstigsten für Umwelt, Geldbeutel und das Platz sparen ist aber immer noch das Trocknen der Wäsche auf der Leine.
Ja und nein, denn das hängt vom gewählten Modell ab. Verfügt die Steckerleiste über einen Kippschalter, genügt es in der Regel diesen zu betätigen und damit alle eingesteckten Geräte vom Strom zu trennen. Steckerleisten ohne Kippschalter müssen immer heraus gezogen werden. Nur so lässt sich der ständige Energieverbrauch der Standby-Geräte stoppen.
Am meisten Strom verbrauchen Kühlgeräte, wenn sie frisch befüllt werden. Dabei ist der Energieaufwand zum Kühlen eingekaufter Lebensmittel bei einem vollen Gerät geringer als bei einem leeren. Denn haben alle Lebensmittel die Zieltemperatur erreicht, ist es energetisch gesehen nur noch ein Kinderpiel ein einzelnes Produkt auf die gewünschte Temperatur zu kühlen. Ein voller Kühlschrank hat auch noch einen weiteren Vorteil: wird die Tür geöffnet, geht weniger Energie verloren. Die vielen Lebensmittel verhindern einen großzügigen Luftaustausch, so dass kein großer Temperaturausgleich statt finden kann.
Bei Leuchten, die noch mit Glühlampen betrieben werden, zahlt es sich immer aus, das Licht auszuschalten. Denn der Verbrauch hängt hier von der tatsächlichen Brenndauer ab. Verwendet man allerdings Energiesparlampen, ist die Frage nicht mehr so leicht mit ja oder nein zu beantworten. Billig hergestellte Energiesparlampen verfügen in der Regel generell über eine verhältnismäßig kurze Lebensdauer. Bei ihnen ist auch die sogenannte "Schaltfestigkeit" sehr gering. Das bedeutet, dass das häufige An- und Ausschalten die Lebensdauer der Energiesparlampe wesentlich verkürzt. Qualitativ hochwertige Kompaktstoffleuchten – der eigentliche Name der Energiesparlampen – verfügen über eine hohe Schaltfestigkeit. Gerade für Hausflure- und -korridore gibt es spezielle Lampentypen, die auf das häufige An- und Ausschalten optimiert sind. Im Übrigen gibt es beim Einschalten nur einen geringen Energieanstieg, der aber über die geringe Stromspannung in diesem Moment wieder ausgeglichen wird.
Ja und nein, denn neue Waschmaschinen haben eine Mengenautomatik. Das heißt Wasser- und Stromverbrauch werden in Abhängigkeit von der eingefüllten Wäschemenge reguliert. Am energiesparendsten ist es jedoch, die Kapazität der Maschine immer voll auszunutzen. Optimal ist eine Füllmenge von 90 Prozent.
Ja und nein. Die Ökobilanz von Akkus ist sicherlich besser, als die normaler Batterien. Denn für die Herstellung werden abgesehen von großen Mengen an Energie und Rohstoffen auch giftige Schwermetalle verwendet, die Mensch und Natur schaden. Umweltfreundlicher und günstiger sind dagegen Alkali- und Mangan-Akkus, da sie wieder aufladbar sind. Die beste Lösung für Geräte wie Wecker, Taschenrechner oder beispielsweise Küchenwaagen ist allerdings eine eingebaute Solarzelle, durch die auf Batterien gänzlich verzichtet werden kann.
Mit einer Kilowattstunde (kWh) kann man laut dem Umweltbundesamt (UBA) 15 Hemden bügeln, 70 Tassen Kaffee zu kochen, 7 Stunden fernsehen, zwei Tage einen 300 Liter großen Kühlschrank betreiben oder eine Trommel Wäsche waschen. Und eine Kilowattstunde an anderer Stelle einzusparen ist überhaupt kein Problem.
Testen Sie Ihren Haushalt auf Stromfresser: Schauen Sie zu einem festen Zeitpunkt auf Ihren Stromzähler und notieren Sie sich den Zählerstand. Wiederholen Sie den Vorgang nach 24 Stunden. Berechnen Sie die Differenz. Und nun schalten Sie tagsüber, wenn Sie nicht da sind und nachts, wenn Sie schlafen alle Geräte und Steckerleisten aus, die sie in diesen Zeiträumen nicht benötigen. Dann notieren Sie die Zählerstände im Abstand von 24 Stunden erneut. Sie werden staunen, wie viel Tassen Kaffee Sie an einem Tag gespart haben!
Quelle: Raufeld
Kritiker schrieb:
am 24. November 2011 um 20:38:06
Energie sparen
Die einzige wahre und ehrliche Tat Energie zu sparen ist, unser kriminelles Finanzsystem gegen eins auszutauschen, dass den
Unternehmer nicht zwingt, auf Teufel komm raus, Wirtschaftswachstum zu schaffen.
Dann wird er nämlich böse und nimmt auf garnichts mehr Rücksicht.
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Physiker schrieb:
am 22. November 2011 um 09:24:29
An "normalo"
Guten Tag "normalo" "Wenn ich Energie verbraucht habe.." Streng genommen verbrauchen wir keine Energie,
sondern wir wandeln sie um.
Das dies eine unglücklliche Vormulierung ist, sollten Sie spätestens seit der Schulzeit wissen..
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Tilly schrieb:
am 22. November 2011 um 00:08:36
Strom sparen
Jede Umstellung auf kostensparende Verbraucher hat sich in den letzten 10 Jahren ausschließlich ür die Energiekonzerne
gelohnt. Obwohl ich seit 2005 insgesamt 733 kWh eingespart und den Anbieter gewechselt habe, hat sich meine Monatspauschale von 48€ auf 70€ erhöht. Da aber Strom heutzutage ein Produkt ist,daß, wenn es fehlt, zu mittelalterlichen Verhältnissen führt, ist die Einführung von Strombörsen, die das Zocken mit diesem Produkt gestattet, ein Sabotageakt, eben Kapitalismus.
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