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Studie: Gentechnik ist keine Hilfe bei Bekämpfung des Welthungers

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Studie belegt: Gentechnik versagt total

08.12.2011, 10:27 Uhr | AFP

Eine Studie beweist, dass der Einsatz von Gentechnik nicht zu bedeutenden Erntesteigerungen in der Landwirtschaft führt. (Bild bearbeitet) (Quelle: imago)

Eine Studie beweist, dass der Einsatz von Gentechnik nicht zu bedeutenden Erntesteigerungen in der Landwirtschaft führt. (Bild bearbeitet) (Quelle: imago)

Eine Studie beweist, was Naturschützer schon lange vermuten: Der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut führt nicht zu bedeutenden Erntesteigerungen in der Landwirtschaft. Die Gentechnik habe die Situation eher verschärft, erklärte die Umweltschutzorganisation NABU unter Berufung auf die internationale Studie. Das Argument, dass die Gentechnik bei der Bekämpfung des Welthungers helfe, ist damit vom Tisch. Die Studie bescheinigt der Gentechnik außerdem weitere desaströse Auswirkungen.

Monopolisierung des Saatgutmarktes

Der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft hat nicht zu bedeutenden Erntesteigerungen geführt. Im Kampf gegen den Welthunger habe der Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut die Situation eher verschärft als verbessert, erklärte die Umweltschutzorganisation NABU am Mittwoch in Berlin unter Berufung auf eine internationale Studie. Die Gentechnik habe weltweit außerdem zu einer Konzentration und Monopolisierung des Saatgutmarktes geführt. "Tatsächlich steigert gentechnisch verändertes Saatgut weder die Ernteerträge, noch bekämpft es den Welthunger oder reduziert den Einsatz von Pestiziden", erklärte die Trägerin des alternativen Nobelpreises, Vandana Shiva, die an der Untersuchung mitgearbeitet hatte.

Superunkräuter und resistente Schadinsekten

Eher das Gegenteil sei der Fall. Die Züchtung veränderter Pflanzen habe dazu geführt, dass einige Schadinsekten widerstandsfähiger geworden seien und sich bestimmte Unkraut-Arten zu "Superunkräutern" entwickelt hätten. Zu deren Bekämpfung wiederum würden in größeren Dosen zunehmend giftigere Vernichtungsmittel eingesetzt. Auch fließen der Studie zufolge Genmais oder Gensoja vor allem in den Tank oder Futtertrog und nicht in die Bekämpfung des Welthungers.

Bessere Chancen bei ökologischem Landbau

Ungeachtet dessen begründeten Chemie- und Saatgutunternehmen die millionenschwere Forschungs- und Entwicklungsförderung gentechnisch veränderter Pflanzen immer wieder mit der "Sicherung der Welternährung", kritisierte die NABU-Gentechnikexpertin Steffi Ober. "Dabei sind sich fast alle einig, dass viel mehr robuste, regional angepasste und bodenerhaltende Landnutzungskonzepte nötig sind." Studien hätten bewiesen, dass etwa der ökologische Landbau in Afrika die Erträge verdopple und noch dazu zur Sicherung der Bodenfruchtbarkeit beitrage.

Quelle: AFP


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