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Tigermücke breitet sich in Europa aus

28.09.2012, 16:20 Uhr | dpa

Die aus Asien stammende aggressive Tigermücke sticht auch tagsüber und breitet sich inzwischen in Nordamerika und Europa aus (Quelle: dpa)

Die aus Asien stammende aggressive Tigermücke sticht auch tagsüber und breitet sich inzwischen in Nordamerika und Europa aus (Quelle: dpa)

Manche Mücken können gefährliche Krankheiten wie Dengue und Malaria übertragen. Längst sind nicht mehr nur die Tropen betroffen: Experten zufolge verbreitet sich vor allem die Asiatische Tigermücke auch in Europa. Sie fordern, den Kampf gegen die Insekten aufzunehmen und die Menschen besser zu schützen.

Die Asiatische Tigermücke sei seit etwa 30 Jahren zunehmend auch außerhalb Asiens heimisch, berichtet ein internationales Team um den Wissenschaftler Giuliano Gasperi im Online-Journals "PLOS Neglected Tropical Diseases". Mittlerweile breite sich das Insekt aber auch in Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und der Schweiz aus. "Aktuell ist sie in 28 Ländern auf allen Kontinenten - außer Australien und der Antarktis - zu finden."

Um die Ausbreitung der gefährlichen Mücken einzudämmen, fordern die Wissenschaftler jetzt eine enge Zusammenarbeit von Experten, Gesundheitseinrichtungen und Medien. "Eine fachübergreifende Beobachtung und eine Spezialeinheit, die mit einer informierten Öffentlichkeit zusammenarbeiten, wären wohl die beste Möglichkeit, den Kampf gegen diese neue Bedrohung in Europa zu gewinnen."

Überträger tropischer Krankheiten

Die Asiatische Tigermücke kann das Dengue-Virus und eine Reihe anderer tropischer Erkrankungen übertragen. Auch Malaria wird durch Mücken übertragen. Erst in den 1960er Jahren gelang es nach etwa 50 Jahren Kampf durch ein "beispielloses Umweltmanagement" und den Einsatz von Insektiziden, Malaria erfolgreich aus Europa zu verdrängen. Heute sind nach Angaben der Forscher aber viele Malaria-Mücken gegen Insektizide resistent - und deren Einsatz ist aus Umweltschutzgründen ohnehin oft verboten.

Doch wer in den Süden oder gar in die Heimat der Asiatischen Tigermücke reist, kann sich vor den Stichen schützen, wie der Experte Klaus Stark vom Robert Koch-Institut (RKI) erklärt: "Über Mückenschutzmittel, aber die muss man dann auch tagsüber sorgfältig auftragen." Außerdem sollten Touristen sich vor der Wahl des Reiseziels bei den Tropeninstituten oder bei den Reisemedizinischen Informationsstellen informieren, ob beispielsweise Dengue dort derzeit ein größeres Problem sei.

Nach Angaben des Leiters der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg, Jonas Schmidt-Chanasit, wurden auch in Deutschland schon vereinzelt Tigermücken nachgewiesen - heimisch sei die Art allerdings nicht. "Sollte die Asiatische Tigermücke aber in Deutschland ansässig werden, wäre das ein sehr großes Problem."

Immer wieder Dengue-Fälle in Europa

Das Dengue-Virus verbreite sich besonders leicht, weil es auch über die Eier weitergegeben werde, sagte der Experte. "Das ist der Unterschied zum Malaria-Parasit - dort muss immer eine Mücke einen infizierten Menschen stechen, um es weiter übertragen zu können."

Doch in Europa hat sich die gefährliche Mücke längst angesiedelt und auch Menschen infiziert. 2010 wurden eine Infektion aus Kroatien und zwei aus Südfrankreich bekannt. Ende August 2012 ist ein alter Mann in Griechenland wahrscheinlich an Dengue-Fieber gestorben. Dann wäre er Experten zufolge der erste, der sich dort mit dem "Knochenbrecher-Fieber" angesteckt hätte - so wird Dengue auch genannt, wegen der starken Gelenkschmerzen, die es verursacht.

Quelle: dpa


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