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Treibhauseffekt: Fleisch so schädlich wie Auto fahren

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Fleisch essen so klimaschädlich wie Auto fahren

06.08.2012, 10:49 Uhr | wp (CF)

Forscher aus den Niederlanden und Österreich haben mit einer erweiterten Analysemethode ermittelt, dass Fleisch das Klima so stark belasten kann wie Auto fahren. Der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß bei der Produktion von Fleisch ist nämlich enorm hoch und fördert den Treibhauseffekt.

Erweitertes Analysemodell für CO2-Berechnung

Um Ökobilanzen zu berechnen, verwenden Forscher die gängige Methode des Life Cycle Assessment (LCA). Von dem Prozess der Rohstoffgewinnung bis zum Konsum sind alle direkten und indirekten Emissionen zu berücksichtigen. Hierbei spielen auch Faktoren wie Transport, Düngung, Energieverbrauch oder eben auch Ausstoß von Methan bei der Verdauung von Rindern eine Rolle. So lässt sich feststellen, wie viel von einem klimaschädlichen Gas bei der Produktherstellung entsteht.

Haben Kühe die gleiche Klimabilanz wie Abgase? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Haben Kühe die gleiche Klimabilanz wie Abgase? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Jetzt haben Forscher dieses Modell erweitert, indem sie die als Weideland genutzten Flächen mit einbeziehen. Der Grund: Weideland kann nicht so viel Kohlenstoffdioxid aufnehmen wie ein Wald, der durch die CO2-Aufnahme das Klima entlastet.

Alarmierende Zahlen

Ein Verzicht auf die Haltung von Rindern auf diesen Flächen bedeutet, dass diese Areale im Idealfall als Wald Emissionen ausgleichen und dem Treibhauseffekt entgegenwirken könnten. Die Forscher rechneten hier einen Differenzwert zu der Ausstoßstatistik von Fleisch und ermittelte damit höhere Werte.

Und diese Zahlen sind alarmierend: Schon mit der regulären LCA-Rechnung errechnen Spezialisten Werte von 27 Kilo an Kohlenstoffdioxid-Ausstoß für ein Kilogramm Fleisch aus Europa. Schlimmer ist es in Südamerika: Hier steigen bei gleicher Fleischmenge 59 Kilogramm CO2 in die Atmosphäre. Mit der neuen Analysemethode sind es statt 59 Kilogramm sogar 335 Kilogramm Kohlenstoffdioxid.

Fleisch verstärkt den Treibhauseffekt

Der Ausstoß des schädlichen Gases ist nach dieser Berechnung viel höher als bisher bekannt und fördert den Treibhauseffekt enorm. Diese drastische Steigerung ist damit zu begründen, dass der Regenwald Südamerikas sehr viel Kohlenstoff speichern kann. Und mit der Rodung der Waldflächen zum landwirtschaftlichen Anbau fehlt diese Kapazität. Zur Veranschaulichung: Ein Kilo Fleisch ist in etwa so schädlich wie eine Autofahrt von Berlin nach Barcelona.

Europäisches Hühnerfleisch erreicht übrigens relativ klimaverträgliche Werte von 6,4 Kilogramm CO2 pro Kilo. Tatsächlich schneidet die Mastviehhaltung beim Ausstoß gefährlicher Klimagase oft besser ab als die Weidehaltung.

Für Forscher ist die industrielle Haltung aber nicht der richtige Weg, da auch hier Ackerland für das Tierfutter notwendig ist. Und dies führt zu weiteren Umweltbelastungen. Eine Alternative wären pflanzliche Lebensmittel wie zum Beispiel Tofu. Wie die "Welt" berichtet verursacht ein Kilogramm Tofu nämlich nur 3,8 Kilogramm Kohlenstoffdioxid.

Quelle: wp (CF)


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