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Umweltbelastung durch Flugzeuge: Geht es auch grün?;

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Umweltbelastung durch Flugzeuge: Geht es auch grün?

11.10.2012, 12:15 Uhr | tg (CF)

Flugzeuge beeinflussen maßgeblich die Klimabilanz der Erde. Für jedes Kilo verbranntes Kerosin steigt die Umweltbelastung an. Die Regierung und die Luftfahrtindustrie setzen Pläne zur Verringerung des CO2-Ausstoßes durch Flugzeuge um, doch auch Sie können umweltbewusst reisen.

Verbranntes Kerosin schadet der Umwelt

Die Umweltbelastung durch den Flugverkehr ist enorm. Verbrennt ein Kilo Kerosin-Treibstoff, entweichen mindestens drei Kilo CO2, ein Kilo Wasserdampf und 16 Gramm Stickoxide in die Atmosphäre. Und das fördert den Treibhauseffekt. 

Kondensstreifen fördern den Treibhauseffekt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kondensstreifen fördern den Treibhauseffekt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Kondensstreifen der Flugzeuge verursachen zum Beispiel die Bildung von Zirruswolken, die noch zehn Mal schädlicher sind als ein gewöhnlicher Kondensstreifen. Schätzungen zufolge sollen sich die Passagierkilometer von 2010 bis 2050 versechsfachen. Dadurch würden natürlich auch die Emissionen steigen.

Luftfahrtindustrie und Regierung planen Gegenmaßnahmen

Um dem Ausstoß von Treibhausgasen entgegenzuwirken, sieht die Luftfahrtindustrie viel Potenzial im Bau neuer Flugzeuge. In den letzten Jahrzehnten haben die Flugzeughersteller bereits Emissionseinsparungen geleistet, indem sie die Maschinen leichter gemacht haben. Seit 1990 sinkt das Gewicht der Flugzeuge jährlich um etwa zwei Prozent. Leichte Materialien wie Aluminium sowie Glas - und Kohlenstofffaser machen dies möglich. Nun soll auch Metallschaum und optimiertes Aluminium das Gewicht auch weiterhin verringern.

Andere Technologien wie neue Triebwerkssysteme und neue Flügelkonstruktionen sollen die Maschine noch leichter durch die Luft gleiten lassen und Treibstoff sparen. Auch der Einsatz von Biokerosin soll helfen. Die Branche setzt sich hohe Ziele. Laut dem "Advisory Council for Aeronautics Research" soll sich der Verbrauch in der Luftfahrt bis 2020 halbieren, um die Umweltbelastung zu senken.

Auch auf Regierungsebene wird gehandelt. Seit dem ersten Januar 2012 sind alle Flüge in und aus der Europäischen Union mit in den Klimahandel einzubeziehen. Außerdem soll die 2011 eingeführte Ticketsteuer ihren Beitrag zur Minderung der Umweltbelastung leisten - frei nach dem Motto: Wer schon die Umwelt belastet, der zahlt auch mehr. Durch die Steuer seien bereits 210.000 Tonnen weniger CO2 in die Atmosphäre gelangt, wie die "Zeit" berichtet.

Auch Sie können die Umweltbelastung verringern

Neben staatlichen Organen und Fahrzeugherstellern können aber auch Sie selbst einen Beitrag leisten. Bei Initiativen wie zum Beispiel Atmosfair können Sie ausrechnen, wie viel CO2 Sie bei Ihrer Reise mit dem Flugzeug ausstoßen. Dann haben Sie die Möglichkeit, Geld in Klimaprojekte zu investieren, welche Ihren CO2-Ausstoß anderweitig ausgleichen.

Weiterhin können Sie bei einem "grünen" Reiseveranstalter buchen, der zum Beispiel mit dem Zertifikat "CSR Tourism certified" ausgezeichnet ist. Wählen Sie auch gerne Billigflüge. Aufgrund der hohen Sitzdichte und hoher Auslastung fliegen Sie nämlich umweltschonend. Schließlich gelangen hier viele Passagiere auf einmal ans Ziel, ohne dass sie auf zwei Flugzeuge aufgeteilt werden müssen.

Quelle: tg (CF)


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