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Umweltzonen in Deutschland für bessere Luftqualität;

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Umweltzonen in Deutschland: Garantie für bessere Luftqualität?

18.10.2012, 12:15 Uhr | oh (CF)

Mit Umweltzonen in Deutschland sollen die europaweit geltenden Grenzwertvorgaben von Feinstaub auch eingehalten werden. Die Vorgaben gelten seit 2005 und die Umweltzonen tragen durchaus zur Verringerung der Feinstaubwerte bei. Und das ist auch sehr wichtig, da die Feinstaubpartikel gesundheitsschädlich sind.

Feinstaub nur zu bestimmten Anteilen erlaubt

Die Umweltzone ist auch unter dem Begriff des Niedrig-Emissions-Gebietes bekannt. In einer Umweltzone dürfen nur Fahrzeuge fahren, die mit einer entsprechenden Plakette markiert sind. Oft sind grüne Plaketten Pflicht. Zukünftig sollen zudem Fahrverbote für Fahrzeuge mit gelber oder roter Plakette steigen, wie das Umweltbundesamt auf seiner Webseite mitteilt. Die Einstufung für eine Plakette erfolgt auf Grundlage der Steuerklasse und der europäischen Schadstoffnorm. Ohne Plakette ist das Durchfahren von Umweltzonen in Deutschland untersagt. Ausgenommen sind hierbei aber Motorräder, Fahrzeuge der Feuerwehr, Polizei sowie Krankenwagen oder Autos mit historischem Kennzeichen. Auch Zugmaschinen aus der Landwirtschaft betrifft die Ausnahmeregelung.

Umweltzonen tragen zur Verringerung der Feinstaubwerte bei. (Quelle: dapd)

Umweltzonen tragen zur Verringerung der Feinstaubwerte bei. (Quelle: dapd)

In diesen Zonen dürfen Feinstaub bzw. Dieselrußpartikel bei einer Größe von weniger als zehn Mikrometern einen Tagesmittelwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter und im Jahr ein Jahreswert von 40 Mikrogramm nicht überschreiten, so das Umweltbundesamt weiter. Hierbei gilt, dass der Tagesmittelwert maximal 35 Tage im Jahr überschritten werden darf, aber nicht öfters. Viele Städte liegen jedoch bereits über diesen Vorgaben.

Dieselruß erhöht Erkrankungsrisiko

Und eine deutliche Überschreitung dieser Werte kann schädlich für die Bewohner betroffener Gebiete sein. Es ist möglich, dass die Dieselrußpartikel die Gesundheit vieler Menschen schädigen. Der Staub kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruckprobleme erhöhen, so das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in einer Pressemitteilung.

Umweltzonen in Deutschland verringern Partikelmenge

Das UFZ untersuchte in einer Studie etwa 24.000 Notfalleinsätze in Leipzig und vermerkte, dass zwei Drittel aller Einsätze auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atemwegsprobleme zurückzuführen waren. Ein Anstieg des Feinstaubanteils hatte laut der im Jahr 2011 veröffentlichten Studie auch einen Anstieg der Notfalleinsätze aufgrund von Problemen mit Bluthochdruck zur Folge. Die Forscher ermittelten hier, dass gerade eine hohe Anzahl von Partikeln schädlich für die Gesundheit ist und sprechen sich für eine verringerte Nutzung von Fahrzeugen mit alten Dieselmotoren aus.

Andererseits bringen sie vielversprechende Messungen mit Umweltzonen in Deutschland in Verbindung - so zum Beispiel in Leipzig. "Die Dieselruß-Konzentration hat sich in diesem Sommer im Stadtzentrum gegenüber dem Vorjahr verringert". Entscheidend sei für die Forscher jedoch im Hinblick auf das Gesundheitsrisiko, dass mit den Grenzwerten für Feinstaub nicht nur die Gesamtmasse, sondern auch die Konzentration der Partikel berücksichtigt werden muss.

Quelle: oh (CF)



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