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Unternehmen machen Druck beim Klimaschutz

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Unternehmen machen Druck beim Klimaschutz

07.11.2016, 10:10 Uhr | AFP, dpa

Der Klimawandel ist einem neuen UN-Bericht nach kaum mehr zu stoppen. (Quelle: Reuters)

Der Klimawandel ist einem neuen UN-Bericht nach kaum mehr zu stoppen. (Quelle: Reuters)

Der Klimaschutzplan hat nun auch Unternehmen auf den Plan gerufen. Sie fordern zügige Vorgaben und klare Ziele. Zum Start des UN-Klimagipfels in Marrakesch richteten sie deshalb ein Schreiben an die Bundesregierung.

Diese müsse den Klimavertrag von Paris einhalten, zitierte die "Süddeutsche Zeitung" aus einem Aufruf von knapp 40 Firmen. "Für Unternehmen und Investoren ist von hoher Bedeutung, dass der Klimaschutzplan eindeutige Signale gibt, dass die in Paris gemachten Zusagen umgesetzt werden".

Zügiger Umstieg auf erneuerbare Energien angestrebt

So brauche es für die einzelnen Wirtschaftsbereiche - etwa Verkehr, Industrie, Landwirtschaft und Bau - jeweils klare Klimaziele. Diese müssten die Menge für den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2030 vorgeben. "Nur so können neue Geschäftsmodelle und konkrete Pläne zur Dekarbonisierung entwickelt werden." Klare Signale seien entscheidend, "damit sich Unternehmen auf die Zukunft vorbereiten können".

Ziel müsse der "zügige Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien" sein, fordern die Unternehmen demnach. Ein solcher Plan könne "weltweit Ausstrahlung entfalten und wesentlich zum wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands in den nächsten Jahrzehnten beitragen".

Zu den Unterzeichnern zählen demnach die Commerzbank und der Baukonzern Hochtief, die Energieversorger EnBW und MVV Energie. Auch der Handelsriese Metro, die Deutsche Telekom sowie die Sportartikelhersteller Adidas und Puma schlossen sich dem Aufruf an.

"Unser Haus brennt weiterhin"

Eigentlich sollte der Klimaschutzplan 2050 von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) bereits am vergangenen Mittwoch im Kabinett beschlossen werden, damit er bei UN-Klimakonferenz in Marrakesch vorgestellt werden kann. Doch vor allem von den CSU-geführten Ministerien für Verkehr und Landwirtschaft kam Widerstand. Die Bundesregierung verhandelt deshalb derzeit fieberhaft weiter.

195 Länder hatten sich vor knapp einem Jahr in Paris darauf verständigt, die gefährliche Erderwärmung mindestens auf "deutlich unter zwei Grad" im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Nun muss dieses Ziel im Rahmen des Gipfels von Marrakesch in konkrete Schritte und Zeitpläne übersetzt werden.

Die Pariser Konferenz habe zwar Schwung in den Klimaschutz gebracht - aber das reiche nicht, warnte Frankreichs damaliger Außenminister und Konferenzleiter Laurent Fabius. "Unser Haus brennt weiterhin. Es herrscht sogar Alarmstufe rot", sagte er der Zeitung "Journal du Dimanche". "Das Klima droht sich stärker und schneller zu verschlechtern als die meisten von uns sich das vorstellen." Auch die diesjährigen Gastgeber drängen auf eine "Klimakonferenz der Taten".

Kein Aufgebot an Staatschefs erwartet

Während in der ersten Woche der 14 Tage dauernden Konferenz vor allem Experten verhandeln, werden in der zweiten Woche Politiker wie Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erwartet. Ein Aufgebot an Staats- und Regierungschefs wie in Paris, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel oder US-Präsident Barack Obama ihr politisches Gewicht in die Waagschale warfen, ist in Marrakesch nicht zu erwarten - die großen politischen Beschlüsse sind schließlich gefasst.

In Marrakesch wollen die Delegierten nun Verfahren und Zeitpläne zur konkreten Umsetzung der Pariser Klimaziele ausarbeiten. Es geht unter anderem um die Frage, wie insbesondere arme Länder bei der Anpassung an die Folgen der Erderwärmung unterstützt werden oder wie die ganz unterschiedlichen Klimaziele der Staaten verglichen werden können.

Quelle: AFP, dpa


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