19.01.2012, 08:20 Uhr
Wunder-Apfel: Der Malus sieversii ist von Natur aus resistent gegen Krankheiten. (Quelle: Reuters)
Der Wunder-Apfel: Er ist von Natur aus resistent gegen sämtliche Krankheiten und Keime und könnte daher den Einsatz von Pestiziden überflüssig machen. Der wilde Ur-Apfel stammt aus den Bergen Kasachstans – und er ist durch Abholzung vom Aussterben bedroht.
Evas Apfel stammt aus den Bergen Kasachstans: Resistent gegen alle Krankheiten könnte dieser Ur-Apfel dutzende Pestizide überflüssig machen, mit denen derzeit die Äpfel in unseren Supermärkten belastet sind. Doch der Wunder-Apfel aus Zentralasien ist durch die sich ausbreitende Urbanisierung in der kasachischen Region bedroht. Deshalb hat die Organisation Alma einen Aufruf zu seiner Rettung gestartet.
Die Geschichte klingt wie ein Märchen: Es war einmal in der Region Almaty im Südosten Kasachstans. Dort, in der Nähe der chinesischen Grenze, entstand vor Millionen Jahren am Fuße des Tian-Shan-Massivs der wilde Apfel. Die Kerne des Apfels, eingeschlossen in eine Hülle, taugten nicht als Saat. Doch Bären in der Region, die sich die größten und süßesten Äpfel aussuchten, lösten in ihrem Gedärm die Hülle um die Kerne, und so verbreitete sich der Ur-Apfel, der von Natur aus gegen Krankheiten und Angriffe von Insekten resistent ist.
Der sowjetische Biologe Nikolai Wawilow entdeckte den Apfel 1929, doch der Wissenschaftler starb im Gefängnis. Ein kasachischer Diplom-Landwirt, Aimak Dschangaljew, nahm die Entdeckung 1945 wieder auf und machte eine umfassende Erhebung dazu. Erst im Jahr 2010, ein Jahr nach seinem Tod, wurde durch die Entschlüsselung des Erbgutes deutlich, dass der Apfel Malus sieversii der Vorfahr all unserer Äpfel ist. "Ein lebendes Fossil", soll Dschangaljew die Ur-Äpfel genannt haben.
Die Stämme der Apfelbäume sind bis zu zwei Meter breit, insgesamt werden die Bäume zwischen 20 und 30 Meter hoch. Die Früchte gibt es in allen Farben und mit unterschiedlichem Geschmack. "Nicht ein Baum gleicht dem anderen", sagt die Regisseurin Catherine Peix, die mit Dschangaljew die Region durchstreift und einen Film über den Ur-Apfel gedreht hat. Es gebe mehr als 6000 Arten. Anders als andere wilde Äpfel in anderen Ländern, die oft klein und bitter schmecken, sind die kasachischen Äpfel groß und schmackhaft – dank der Bären-Auswahl.
Die genetische Vielfalt macht den Apfel weniger anfällig für Krankheitserreger, die andere Apfelbäume befallen. Ständig muss bei heutigen Äpfeln die Zahl der Pestizide erhöht werden, weil diese eine Mutation der Pilze hervorrufen, die für Flecken auf den Früchten verantwortlich sind.
Die Zukunft der Äpfel könnte also bei den aus der Urzeit stammenden Apfelbäumen liegen: Durch Kreuzung der heutigen Apfelsorten mit dem genetischen Material des Malus sieversii könnten Äpfel entstehen, die von Natur aus gegen Krankheiten und Insekten geschützt sind.
Abgesehen von mangelndem Interesse der lokalen Verwaltung liegt das Hauptproblem in der massiven Abholzung in der Region, durch die bereits 70 Prozent der Apfelbäume vernichtet worden sein sollen. Derzeit verfügt eine US-Universität aus der Nähe von New York über eine Samen-Sammlung von 900 verschiedenen Bäumen.
Ein Apfelbaum der Sorte Malus sieversii soll nächsten Monat im Wald von Vincennes bei Paris gepflanzt werden. Bis zum 5. März zeigt das Rathaus in Paris außerdem eine von der Organisation Alma konzipierte Ausstellung über den "Ursprung des Apfels". Auch der Film von Peix wird dort gezeigt: "Die Herkunft des Apfel oder der wiedergefundene Garten Eden."
Quelle: AFP
Nordmann schrieb:
am 24. Januar 2012 um 16:17:42
Pestizide
Habt Ihr genau gelesen? Alle Pestizide werden überflüssig. Ja was glaubt ihr denn womit die Chemiegiganten ihr Geld verdienen?
Die brauchen doch anfälliges Obstbäume die man täglich spritzen mus........die werden diesen tollen Baum schon ausrotten....
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Hütesholle schrieb:
am 24. Januar 2012 um 15:35:15
Ur-Apfel
Ich weiß nicht, wie aufwendig es ist und ob es rechtliche Probleme bei der Beschaffung von Apfelkernen dieser Sorte gibt. Aber
Apfelkerne unter interessierten Kleingärtnern verteilt und schon würde sich das "Gen-Depot" vervielfachen. Wichtig wäre auch, daß man verhindert, daß Konzerne wie Monsato sich die Patentrechte für die Weiterzucht etc. sichern.
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Baumschule schrieb:
am 24. Januar 2012 um 14:43:47
Ur-Apfelbaum
Edelreiser dieser Bäume im nächsten Dezember besorgen und dann möglichst viele davon auf sogenannten Unterlage ( Wurzel )
vermehren und zugänglich machen. Nur so kann durch vegetative Vermehrung das Weiterbestehen und die Verbreitung gesichert werden.
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