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Verhaltensauffälliger Wolf stammt aus Niedersachsen

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Nach Schaf-Angriff: Verhaltensauffälliger Wolf stammt aus Niedersachsen

21.04.2015, 14:11 Uhr | dpa

In Deutschland sind Wölfe wieder heimisch. (Quelle: dpa)

In Deutschland sind Wölfe wieder heimisch. (Quelle: dpa)

Ein Wolf, der in Schleswig-Holstein in eine Schafherde eingedrungen war, stammt aus einem verhaltensauffälligen Rudel in Niedersachsen. Auch der Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) äußert sich mittlerweile zum Wolfsproblem.

Der junge Rüde stamme aus einem Rudel vom Truppenübungsplatz Munster, berichtete das Landwirtschaftsministerium in Kiel unter Berufung auf die Genetikuntersuchung. Offenbar hat das Tier seine natürliche Scheu vor dem Menschen verloren.

Tier verhielt sich ungewöhnlich

Das Tier hatte sich bei dem Angriff auf die Schafherde im Kreis Herzogtum Lauenburg ungewöhnlich verhalten. Es ließ sich erst nach längerer Zeit aus der Herde vertreiben, obwohl sich Wolfsbetreuer und Tierhalter bis auf wenige Meter näherten. Aggressiv gegenüber Menschen war der Wolf nicht.

Natürliche Scheu vor dem Menschen fehlt

Das Verhalten zeigt laut dem Ministerium Parallelen zu dem Rudel von Munster, aus dem der Wolf stammt. Die dortigen Wölfe fielen seit längerer Zeit auf, weil sie Berichten zufolge wenig Distanz zu Menschen zeigten. In Fachkreisen werde diskutiert, ob sie gefüttert werden und so ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verloren haben könnten. Folglich sei die fehlende Scheu vermutlich nicht auf eine generelle Entwicklung bei den Wölfen zurückzuführen, sondern eher auf ein lokales Phänomen. Schleswig-Holstein werde das Thema in den zuständigen Bund-Länder-Gremien ansprechen.

Minister: Wölfe dürfen keine Bedrohung für Menschen werden

Nach Ansicht des Bundeslandwirtschaftsministers Christian Schmidt dürfen die Tiere keine gefühlte oder echte Bedrohung in der Nähe von Wohngebieten werden. "Es kann einen Punkt geben, an dem die Wolfspopulation so groß wird, dass wir eingreifen müssen", sagte Schmidt der "Bild"-Zeitung.

"Keine Experimente"

"Der Schutz des Menschen hat immer Vorrang vor dem Artenschutz", sagte Schmidt der Zeitung. "Hier gilt: keine Experimente, sondern das Prinzip Verantwortung." Der in Deutschland wieder heimisch gewordene Wolf müsse sich an das Ökosystem und die dicht besiedelte Kulturlandschaft in Deutschland anpassen. "Auch Wölfe stehen wie jede andere Gattung nicht für sich allein und müssen in das Gesamtgefüge passen."

Der Wolf müsse seine klassische Rolle als scheues Raubtier im Wald einnehmen, das von Wild lebt, sagte der Bundesagrarminister. Die Länder hätten Wolfs-Management-Pläne, die Rudel müssten intensiv beobachtet werden. "Die Fachleute vor Ort müssen immer die Kontrolle über die Entwicklung der Rudel haben."

 (Quelle: Nabu)

Quelle: dpa


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