Sie sind hier:

VfB Stuttgart schießt Öko-Eigentor

...

VfB Stuttgart schießt Öko-Eigentor

21.02.2012, 14:13 Uhr | fez, feelgreen.de

Einwegbecher

Einwegbecher produzieren den größten Stadionmüll. (Foto: imago)

Der Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart hat sich ein schweres Eigentor geschossen. Das wirkt sich zwar nicht negativ auf den Tabellenplatz aus, aber dafür auf die Ökobilanz des Vereins: Statt wie bisher in umweltfreundlichen Mehrwegbechern, werden Softdrinks in der heimischen Mercedes-Benz-Arena nur noch in Einwegbechern verkauft. Das ist aber nicht die einzige falsche Taktik des Vereins abseits des Fußballplatzes: Er hat auch bewusst seine treuen Fans getäuscht.

VfB unterschreibt Unterlassungserklärung

Der Fußballclub bezeichnet seine Einwegbecher offiziell als "ökologisch verträglich". Dabei belegt eine vergleichende Ökobilanz verschiedener Bechersysteme mit Bezug auf den Bundesligabetrieb eindeutig die ökologischen Vorteile von Mehrwegbechern im Vergleich zu Einwegbechern. Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) mahnte den Verein deshalb wegen Verbrauchertäuschung ab. Daraufhin verpflichtete sich der VfB in einer Unterlassungserklärung, die für Softdrinks verwendeten Becher nicht mehr pauschal als "ökologisch verträglich" zu bewerben.

"Einwegbecher sind Umweltschwindel"

"Einen 'ökologisch verträglichen' Einwegbecher gibt es nicht. Egal ob aus sogenanntem Bioplastik oder erdölbasierten Kunststoffen – Plastik-Einwegbecher verursachen doppelt so große Umweltbelastungen wie umweltfreundliche Mehrwegbecher. Die Aussagen des VfB Stuttgart über die vermeintliche Umweltverträglichkeit der neu eingeführten Einwegbecher sind ein Umweltschwindel", erklärt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH. Aus seiner Sicht ist die Umstellung auf umweltfeindlichere Einwegbecher besonders unverständlich, da Bier weiterhin in umweltschonenden Mehrwegbechern verkauft wird.

Zehnmal mehr Abfall

Diese Mehrwegbecher werden im Stuttgarter Stadion bis zu 60 Mal wiederbefüllt, bevor sie recycelt werden. Die Einwegbecher wandern jedoch schon nach einmaliger Benutzung in den Müll. So verursachen sie rund zehnmal mehr Abfall als Mehrwegbecher. Dadurch werden nicht nur wertvolle Rohstoffe verschwendet, es müssen auch zusätzliche Ressourcen für die Neuproduktion von Bechern eingesetzt werden.

Sprung in der Ökobilanz-Tabelle

Resch fordert den Verein daher auf, seine Falschaussagen zurückzunehmen, und statt auf Einwegbecher wieder auf Mehrwegbecher zu setzen. Sollte der VfB Stuttgart diesen Forderungen nachkommen, würde der Verein in der Ökobilanz-Tabelle wohl wieder ein paar Plätze gutmachen.

Quelle: fez, feelgreen.de


© Ströer Digital Publishing GmbH 2017

Anzeige
shopping-portal