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Viel zu heißer Sommer: Bauernpräsident beklagt "verheerende" Ernteausfälle

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Bauern beklagen "verheerende" Ernteausfälle

13.09.2015, 13:02 Uhr | dpa

Der Sommer war für die Landwirtschaft viel zu trocken. Bei der Maisernte fürchten Landwirte drastische Einbußen. (Quelle: dpa)

Der Sommer war für die Landwirtschaft viel zu trocken. Bei der Maisernte fürchten Landwirte drastische Einbußen. (Quelle: dpa)

Viel zu trocken und viel zu heiß war der Sommer für die Landwirte. Sie rechnen mit drastischen Ernteausfällen - und dann werden die Futterreserven für den Winter knapp.

"Beim Mais ist die Situation in manchen Regionen verheerend", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Joachim Rukwied. Vielerorts hätten die Felder mehrere Wochen zu früh abgeerntet werden müssen, weil die Pflanzen sonst völlig vertrocknet wären. Das gehe "bis hin zum Totalausfall".

Die Situation wird laut Rukwied dadurch verschärft, dass zwei Grünlandschnitte, also Grasernten, komplett ausgefallen seien - es sei einfach nichts mehr nachgewachsen. "Unsere tierhaltenden Betriebe werden also im Winter Futter zukaufen müssen. Das führt zu zusätzlichen Problemen und Kosten", prognostizierte der Bauernpräsident.

Schon im Frühjahr zu wenig Regen

Weil auch im Frühjahr viel zu wenig Regen fiel, hatten die Bauern schon bei der Getreide- und der Rapsernte deutliche Einbußen verkraften müssen. Derzeit läuft die Maisernte, die Zuckerrüben folgen je nach Region Ende September oder Anfang Oktober. Auch hier befürchtet Rukwied Einbußen zwischen 15 und 20 Prozent.

Höhere Kosten für die Fütterung des Viehs, doch der Milchpreis ist im Keller - daher fordert Rukwied, die EU-Hilfen für notleidende Landwirte mindestens zu verdoppeln. Brüssel hat bereits Hilfen von rund 500 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die zugesagten Gelder seien zwar "ein Schritt in die richtige Richtung", so Rukwied. Den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen in der Landwirtschaft werde das aber nicht gerecht. "Am Ende muss eine Summe stehen, die deutlich über einer Milliarde liegt."

Russland-Embargo drückt auf den Milchpreis

Der DBV-Präsident forderte, dafür die 900 Millionen Euro an Einnahmen aus der sogenannten Superabgabe komplett zur Verfügung zu stellen. Das sind Strafgelder, die Bauern zur Zeit der Milchquote an Brüssel zahlen mussten, weil sie mehr als zulässig produziert hatten. Rukwied zeigte sich auch offen dafür, den Interventionspreis weiter anzuheben. Damit ist festgelegt, wie viel in der EU für bestimmte Agrarprodukte mindestens gezahlt werden muss.

Die deutschen und europäischen Milchbauern bangen um ihre Existenz, weil der Milchpreis im Keller ist. Gründe sind unter anderem das Russland-Embargo und die schwache Nachfrage in China.

Quelle: dpa



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