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Kostenlos das Wohnen der Zukunft testen

28.09.2011, 15:01 Uhr | rw

Ein Jahr lang kostenlos das Wohnen der Zukunft testen.  (Quelle:  Werner Sobek Stuttgart)

Ein Jahr lang kostenlos das Wohnen der Zukunft testen. (Quelle: Werner Sobek Stuttgart)

Wohnen, ohne Stromnachzahlung und hohe Heizungskosten zu fürchten? Eine traumhafte Vorstellung, die für eine Testfamilie nun wahr wird: Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) entscheidet Anfang Dezember, welche Familie ab März 2012 die Möglichkeit haben wird, kostenlos in Berlin-Charlottenburg zu wohnen. Die vier Zimmer mit Küche und Bad haben eine Besonderheit: Sie gehören zu einem Energie-Plus-Haus, dass mehr Strom erzeugt, als es verbraucht.

Enormes Einsparpotenzial bei Wohnen und Mobilität

Das Energie-Plus-Haus, das vom Stuttgarter Ingenieurbüro Werner Sobek geplant und gebaut wurde, soll doppelt so viel Energie erzeugen, wie es verbraucht und mit dem Überschuss Elektroautos, E-Roller und Elektrofahrräder betreiben, die den Bewohnern zur freien Verfügung stehen. Auf zwei Millionen Euro belaufen sich die Kosten des Modellprojekts.

Die Themen Elektromobilität und energieeffizientes Wohnen miteinander zu verknüpfen, steht dabei im Zentrum, wie Verkehrsminister Peter Ramsauer gegenüber dem Tagesspiegel erläutert. "Gebäude und Verkehr haben zusammen einen Anteil von etwa 70 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch. Das birgt ein enormes Einsparpotenzial", so der Minister.

15 Monate kostenlos das Wohnen der Zukunft erleben

15 Monate wird die Testfamilie das Leben in einem Energie-Plus-Haus kennenlernen und hautnah erleben, wie sich der Einsatz energieeffizienter Technologien aufs alltägliche Leben und Wohnen auswirkt. Ihr ganzes Wirken wird dabei von etwa 250 Messpunkten, die überall im Haus installiert sind, erfasst.

Kameras wird es in dem Haus aber nicht geben. "Wir sind hier ja nicht bei Big Brother", stellt Staatssekretär Rainer Bomba klar. Ein wenig beobachtet werden sich die Bewohner wohl trotzdem fühlen, denn zwei Seiten der Hauswand werden komplett aus durchsichtigem Glas gefertigt. So können Passanten jederzeit einen Blick in die Zukunft des Wohnens riskieren.

Bewerbungsverfahren

Bewerben konnten sich interessierte Familien aus Berlin und Brandenburg bis zum 15. Oktober beim Berliner Institut für Sozialforschung (BIS). Gesucht wurde eine Familie mit einem berufstätigen Elternteil und zwei Kindern, die beide in die Schule oder den Kindergarten gehen. Anfang Dezember wird entschieden, wer in das Haus einziehen darf.

Quelle: feelgreen.de

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