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Windkraftanlagen: Ministerium dementiert schädliche Wirkung von Infraschall

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Windkraftanlagen: Ministerium dementiert schädliche Wirkung von Infraschall

07.04.2015, 18:49 Uhr | dpa

Die rot-grüne Landesregierung in Baden-Württemberg will bis 2020 zehn Prozent der Stromerzeugung aus Windkraft produzieren. (Quelle: dpa)

Die rot-grüne Landesregierung in Baden-Württemberg will bis 2020 zehn Prozent der Stromerzeugung aus Windkraft produzieren. (Quelle: dpa)

Mit dem Verweis auf das Thema Infraschall versuchen Windkraftgegner in Baden-Württemberg derzeit verstärkt gegen den Bau neuer Anlagen zu protestieren. Man habe den Eindruck, dass dieses Argument bei nahezu jedem Verfahren von Bürgerinitiativen vorgebracht werde, erklärte ein Sprecher von Umweltminister Franz Untersteller (Die Grünen). Das Ministerium betonte aber, dass schädliche Wirkungen durch Infraschall nicht zu befürchten seien.

Das Thema Infraschall spiele inzwischen nicht nur bei den eigentlichen Genehmigungsverfahren der Anlagen, sondern bereits im Vorfeld eine Rolle, sagte der Sprecher. "Dabei wird leider auch nicht vor falschen und teilweise Angst machenden Aussagen haltgemacht."

Infraschall Bestandteil der Umwelt

Beim Infraschall handelt es sich um Frequenzen von weniger als 20 Hertz (Hz). Er kann nicht mehr im eigentlichen Sinn "gehört" werden, ab einer gewissen Stärke vom Menschen aber trotzdem wahrgenommen werden. Infraschall sei Bestandteil der Umwelt, betonte der Sprecher des Ministeriums. Andere natürliche Infraschall-Quellen seien beispielsweise Wasserfälle oder Meeresbrandung.

Das Umweltministerium warf den Windkraftgegnern vor, mit falschen Informationen zu arbeiten. "So wird beispielsweise immer wieder auf eine vermeintliche Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO zu einem Mindestabstand von 2000 Metern zu bewohnten Gebäuden hingewiesen. Eine solche Empfehlung gibt es nicht", erklärte Unterstellers Sprecher.

Pegel weit unterhalb von Schwellen zur Gesundheitsgefährdung

Er verwies auf bisherige Messungen der Landesanstalt für Umwelt und andere Einrichtungen. Demnach liege der Pegel in der Umgebung von Anlagen bereits im Nahbereich zwischen 150 und 300 Metern deutlich unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle und damit weit von den bekannten Schwellen zur Gesundheitsgefährdung entfernt.

Die neuesten Untersuchungen der Landesanstalt zeigten auch, dass sich beim Einschalten einer in 700 Metern Abstand befindlichen Windenergieanlage der gemessene Pegel nicht nennenswert erhöhe. "Der Infraschall wird dann im Wesentlichen vom Wind selbst erzeugt und nicht vom Betrieb der Anlage."

Der Südwesten ist seit Jahren Schlusslicht in Sachen Windkraft. Aktuell gibt es rund 400 Anlagen. Grün-Rot ist 2011 angetreten, dies zu ändern - was sich aber auch wegen komplizierter Genehmigungsverfahren als schwierig herausstellt. Als Ziel hatte die Landesregierung ausgegeben, dass Windkraft bis zum Jahr 2020 einen Anteil von zehn Prozent der Stromerzeugung erreicht.

Quelle: dpa


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