Sie sind hier:

Wolf kehrt nach Deutschland zurück

...

Wölfe kehren nach Deutschland zurück

23.01.2015, 13:38 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

Wölfe sehen Hunden mitunter ziemlich ähnlich - was zu tödlichen Verwechslungen führen kann. (Quelle: imago)

Wölfe sehen Hunden mitunter ziemlich ähnlich - was zu tödlichen Verwechslungen führen kann. (Quelle: imago)

Lange galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet, doch seit einigen Jahren kehrt er in unsere Wälder zurück. Jetzt wurde sogar ein Tier mehrmals in NRW gesichtet, wie das Umweltministerium des Landes berichtet. Eine Kampagne des Naturschutzbundes Deutschland e.V. (NABU) will über die wilden Tiere aufklären.

Rund 35 Wolfsrudel leben derzeit in freier Wildbahn der Bundesländer Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Von dort aus breiten sich die Raubtiere zunehmend aus, weshalb auch in angrenzenden Gebieten mit ihrer Ankunft gerechnet wird.

Wolf erschließt Territorien

Nach Angaben eines Ministeriums-Sprechers wurde nahe der Grenze zu Niedersachsen im Kreis Minden-Lübbecke ein Wolf mehrmals von einer Foto-Falle erfasst.  "Es konnte zwar noch nicht endgültig geklärt werden, ob es sich um eine dauerhafte Rückkehr in der Grenzregionen zu Niedersachsen oder um ein durchziehendes Tier handelt", sagte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne). "Dies müssen weitere Wolfs-Beobachtungen klären." Sicher scheine aber, "dass die natürliche Rückkehr des Wolfes nach Nordrhein-Westfalen wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden ist."

"Weder Kuscheltier noch gnadenloser Räuber"

Angst vor dem Wolf muss in Deutschland jedoch niemand haben. "Wölfe sind weder Kuscheltiere noch gnadenlose Räuber", schreibt NABU-Präsident Olaf Tschimpke im Begleitheft zur Kampagne "Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben". Mit der Aktion will NABU das Überleben der sagenumwobenen Raubtiere sichern und mit Mythen aufräumen. Denn Vergangenheit und Gegenwart haben gezeigt, dass nicht der Mensch durch den Wolf, sondern der Wolf durch den Menschen bedroht ist. In vielen Gebieten wurden Wölfe gänzlich ausgerottet.

Wölfe stehen unter Naturschutz

Seit den 1970er Jahren gibt es ein Gesetz, das die Jagd auf Wölfe verbietet. Trotzdem wird immer noch auf die Tiere geschossen - mindestens zehn Wölfe wurden seit ihrer Rückkehr nach Deutschland illegal getötet. Da Wölfe dem Naturschutzrecht und nicht dem Jagdrecht unterliegen, werden Jäger strafrechtlich verfolgt.

Die Wölfe breiten sich von Ost nach West zunehmend aus. (Quelle: NABU)Die Wölfe breiten sich von Ost nach West zunehmend aus. (Quelle: NABU)

 
Mensch gehört nicht ins Beuteschema

Dass Wölfe gerne Menschen fressen, ist ein altes Schauermärchen und hat mit der Realität nichts zu tun. Menschen gehören nicht in das Beuteschema des Wolfes, weshalb sie uns meist skeptisch aus dem Weg gehen. Seit 1950 habe es in ganz Europa neun tödliche Wolfs-Attacken auf den Menschen gegeben, die größtenteils auf Tollwut zurückzuführen seien, so der NABU. Sichten Jäger einen tollwütigen Wolf in deutschen Wäldern, wird er umgehend getötet.

Sicheres Auftreten schreckt Wolf ab

Um Übergriffe zu vermeiden, dürfen Wölfe unter keinen Umständen gefüttert werden. Kommt es zu einer Begegnung mit dem Raubtier, gilt es, sich nicht wie ein Beutetier zu verhalten und zu flüchten. Wer dem Wolf gegenüber sicher auftritt indem man stehen bleibt, laut spricht oder klatscht, der muss nach Erfahrung des NABU keine Attacke befürchten. In jedem Fall sollte die Begegnung mit einem Wolf der zuständigen Stelle des Bundeslandes gemeldet werden.

Bei Hunden ist Vorsicht geboten

Begegnet der Wolf einem Hund, kann die Situation allerdings gefährlich werden. In der Uckermark wurde kürzlich ein Hund von einem Wolf, der in einen Garten eingedrungen war, schwer verwundet. Wer sein Grundstück in der Nähe eines Waldes hat, sichert daher die Zäune am besten gut ab, um Wölfe fernzuhalten. In freier Wildbahn sollte der Hund sofort an die Leine genommen und dicht am Körper geführt werden, wenn ein Wolf in Sicht ist.

Wölfe unterstützen das Ökosystem

Der NABU setzt sich dafür ein, den Wolf als Freund und nicht als Gegner des Jägers zu sehen. Durch seinen gemäßigten Bedarf an Nahrung helfe das Raubtier, dass sich Rehe und andere Beutetiere nicht zu stark vermehren. Damit bereichere der Wolf unser Ökosystem und die Wildbahn, so der NABU. "Es scheint, als könne der Wolf wieder dauerhaft nach Deutschland zurückkehren - wenn wir ihm die Chance dazu geben", meint Olaf Tschimpke.

Quelle: AFP, dpa, t-online.de


© Ströer Digital Publishing GmbH 2017

Anzeige
shopping-portal