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WWF Fisch-Ratgeber 2016: Diese Fische gehören nicht auf den Teller

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Diese Fische gehören nicht auf den Teller

06.06.2016, 20:13 Uhr | dpa

WWF-Fischratgeber: Der Blauflossenthunfisch gehört zu den gefährdeten Arten. Er wird oft zu Sushi verarbeitet. (Quelle: dpa)

Der Blauflossenthunfisch gehört zu den gefährdeten Arten. Er wird oft zu Sushi verarbeitet. (Quelle: dpa)

Wegen Überfischung, Klimaverschiebungen und und Umweltbelastung schrumpfen weltweit viele Fischbestände. In ihrem neuen Fischratgeber nennt die Umweltstiftung WWF Speisefische, auf die Verbraucher verzichten sollten. Sie empfiehlt aber auch vertretbare Alternativen.

Die Zahlen sind drastisch: 61 Prozent der weltweiten Speisefisch-Bestände werden laut WWF bis an die Grenze genutzt, fast 29 Prozent sind überfischt oder sogar erschöpft. Deshalb sollte Fisch nach Ansicht von Umweltschützern nicht jeden Tag auf dem Speiseplan stehen. Etwa einmal in der Woche Fisch zu essen sei aber in Ordnung.

Diese Fische sind tabu

Manche Fischarten sind so selten geworden, dass sie nicht auf den Teller gehören. Aale seien sogar vom Aussterben bedroht. Viele Verbraucher wissen nicht, dass Schillerlocken aus den Bauchlappen des Dornhais bestehen, der ebenfalls gefährdet ist. Vom Verzehr dieser Fische rät der WWF ab:

  • Aal
  • Blauflossenthunfisch (Roter Thun)
  • Granatbarsch (Kaiserbarsch)
  • Grenadierfisch
  • Hai
  • Papageifisch
  • Petersfisch
  • Rochen
  • Schnapper 
  • Wittling

Das bedeuten die Gütesiegel für Speisefisch

Bei anderen Fischarten kommt es darauf an, wo und wie der Fisch gefangen wurde. Einen ersten Überblick bieten Gütesiegel, etwa das MSC- und das ASC-Siegel. MSC steht für Marine Stewardship Council und kennzeichnet Wildfisch aus bestands- und umweltschonender Fischerei. ASC ist die Abkürzung für Aquaculture Stewardship Council. 

Auch Zuchtfisch ist laut WWF nicht unbedenklich: Massenzüchtung kann zum Beispiel zu Umweltproblemen führen, wenn Antibiotika ins Wasser geraten. Verbraucher sollten deshalb darauf achten, dass der Fisch entweder aus einer Bio-Zucht stammt oder das ASC-Siegel trägt.

Gute Alternativen für Fischesser

Einige Fischarten darf man laut WWF relativ bedenkenlos essen. Das gilt beispielsweise für:

  • Heringe und Sprotten aus Nord- und Ostsee
  • Europäische Karpfen und Bio-Forellen aus Aquakultur

Bei besonders beliebten Speisefischen wie Lachs, Kabeljau und Scholle kommt es auf die Herkunft an. "Bei Lachs aus Aquakultur empfehlen wir, auf das ASC-Siegel für verantwortungsvolle Aquakultur oder auf die Biosiegel zu achten", sagt Catherine Zucco vom WWF. Wer gerne Wildlachs isst, sollte auf Angebote mit MSC-Logo achten oder Buckel- oder Ketalachs aus dem Nordostpazifik wählen. "Auf Lachs aus der Ostsee sollte verzichtet werden, denn die meisten Bestände werden zu stark befischt." 

Auch beim Kabeljau empfiehlt die Expertin auf das MSC-Siegel zu achten. Wer Scholle mag, achtet idealerweise darauf, dass sie aus Nordsee oder Skagerrak kommt: "Dort sind die Bestände gesund", sagt Zucco. Verbraucher sollten aber auf das Fanggerät achten und Scholle aus Snurrewaden- oder Kiemennetzfischerei kaufen. "Grundschleppnetze sind schädlich für den Meeresboden und haben meist viel Beifang, deswegen ist diese Fischerei nur zweite Wahl."

Das gilt für Meeresfrüchte 

Auch beim Kauf von Garnelen, Tintenfischen und Muscheln sollten Verbraucher genau hinschauen. "Bei den tropischen Garnelen ist die beste Wahl aus Bio-Aquakultur", sagt Zucco. Auch Garnelen mit ASC-Siegel seien empfehlenswert. "Von tropischen Garnelen aus Wildfang raten wir ab, da die engmaschigen Netze oft sehr viel Beifang von Jungfischen haben." Wer lieber Garnelen aus nördlichen Gewässern mag, kauft am besten MSC-zertifizierte Kaltwassergarnelen.

Beim Tintenfisch gebe es sehr unterschiedliche Fischereien - eine gute Wahl ist laut Zucco Tintenfisch aus der Angelleinenfischerei aus dem Mittelmeer, aus dem Südwest- und Zentralatlantik oder aus dem östlichen Zentralpazifik.

Miesmuscheln sollten besser aus Hänge- oder Pfahlkulturen aus Westeuropa stammen. Nicht empfehlenswert seien hingegen solche aus Bodenkulturen.

Quelle: dpa


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