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Zugvögel sind stark schutzbedürftig

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Zugvögel sind stark schutzbedürftig

29.10.2013, 15:41 Uhr

Baum- und strauchlose Gegenden werden von der gefährdeten Ohrenlerche bevorzugt. (Quelle: imago)

Die Ohrenlerche ist ein besonders gefährdeter Zugvogel. (Quelle: imago)

Bei einem Fünftel der wandernden Vogelarten, die in Deutschland vorkommen, sind die Bestände rückläufig. Das ist das Ergebnis der aktuellen Studie "Vögel in Deutschland 2012" vom Bundesamt für Naturschutz (BfN). Als Ursachen hierfür macht das Bundesamt für Naturschutz die verschlechterten Lebensbedingungen für die Tiere verantwortlich.

Raufußbussard und Ohrenlerche besonders gefährdet 

Konkret nahmen in den letzten 25 Jahren die Rast- oder Überwinterungsbestände der wandernden und regelmäßig in Deutschland auftretenden Vogelarten ab. Die besorgniserregende Entwicklung zeigt sich zum Beispiel bei Raufußbussard und Ohrenlerche. Der Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA), die Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten und der BfN fordern daher erhöhte Schutzanstrengungen. "Es zeigt sich, dass der Klimawandel nicht ohne Folgen für die Zugvögel bleibt. Die Zugzeiten verschieben sich meist nicht synchron zu den Änderungen in der jahreszeitlichen Vegetations- und Insektenentwicklung. Der Bruterfolg verringert sich dadurch und die Arten werden seltener", sagt BfN-Präsidentin Jessel.

Ernterückstände sind Vogelnahrung

"Insbesondere viele Sing- und Greifvögel der offenen Kulturlandschaft sind stark betroffen. Die aktuelle Bestandssituation der wandernden Vogelarten, die in der Agrarlandschaft rasten, zeigt dringenden Handlungsbedarf an", mahnt Bernd Hälterlein, Vorsitzender des DDA. Zum Schutz der Arten fordern die Naturschützer das Einrichten von Stilllegungs- und Brach- sowie Ernteverzichtsflächen. Auch der Strukturreichtum der Landschaft sollte erhöht werden. "Wenn mehr Ernterückstände als wichtige Nahrungsressourcen auf den Felder verbleiben sowie auf einen schnellen Umbruch abgeernteter Felder verzichtet wird, dann kann sich die herbst- und winterliche Artenvielfalt in der Agrarlandschaft ebenfalls erhöhen und sogar den Bruterfolg im Folgejahr verbessern," sagt Christof Herrmann, Geschäftsführer der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten.

Tote Vögel bei illegalen Massenfängen

Die Studie zeigt außerdem deutlich, dass vor allem die südlich der Sahara überwinternden Langstreckenzieher erheblicher Schutzanstrengungen bedürfen. Beispielsweise werden sie in Südeuropa und Afrika immer noch Opfer von illegalem Massenfang. "Für die Verbesserung der Bestandssituation müssen zeitnah geeignete, international abgestimmte Maßnahmen ergriffen werden", forderte BfN-Präsidentin Jessel.


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