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"Öko-Test": Herkunft von Gold für Schmuck ist oft nicht nachvollziehbar

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"Öko-Test": Herkunft von Gold für Schmuck ist oft nicht nachvollziehbar

27.11.2013, 16:02 Uhr | dpa/kne

Schmuck: Viele Händler geben keine Auskunft darüber woher das Gold Ihres Schmuckes stammt. (Quelle: imago/Steffen Schellhorn)

Viele Händler geben keine Auskunft darüber woher das Gold Ihres Schmuckes stammt. (Quelle: imago/Steffen Schellhorn)

Schmuckstücke aus Gold sind ein beliebtes Weihnachtsgeschenk. Verbraucher können jedoch kaum noch die Herkunft des Materials nachvollziehen. Das hat die Zeitschrift "Öko-Test" (Ausgabe 12/2013) in einem Test herausgefunden.

Zwei Drittel der Schmuckstücke fallen durch

Die Hersteller und ihre Rohstofflieferanten geben zur Herkunft des Goldes in den meisten Fällen keine detaillierten Informationen. Damit könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Material aus umweltschädlicher und menschenunwürdiger Förderung wie durch Kinderarbeit stammt. Nur vier der insgesamt 15 Schmuckstücke erhielten die Gesamtnote "Sehr gut". Ihre Herkunft ist nach "Öko-Test"-Angaben nachvollziehbar. Die weiteren elf Objekte schafften im Einzelergebnis zur Herkunft und im Gesamturteil nur ein "Ungenügend". Die gute Nachricht des Tests ist: Alle Schmuckstücke enthielten mindestens so viel Gold wie angegeben.

Greenwashing statt Recycling

Viele Anbieter im Test, darunter auch Cartier und Wempe, gaben an, kein sogenanntes Primärgold zu verwenden, sondern recyceltes Material - etwa aus altem Schmuck, Zähnen oder Abfällen aus der Schmuckindustrie. Doch was als Recycling bezeichnet wird, ist häufig eher Greenwashing, so "Öko-Test": Denn auch "schmutziges" Primärgold gelangt über undurchsichtige Produktionsabläufe in den Recyclingkreislauf. Woher dieses Material ursprünglich stammt, ist nicht nachvollziehbar, so die Tester.

Gold kann aus Kinderarbeit stammen

Heute arbeiten um die 50.000 Kinder in Goldminen im Kongo, in Peru, Indonesien oder Benin unter unmenschlichen Bedingungen. Die oft erst Sechsjährigen mischen hochgiftige Stoffe wie Quecksilber oder Zyanid mit Golderz. Diese Art der Goldgewinnung stellt ein großes Gesundheitsrisiko dar. Zudem zerstört das Schürfen nach Golf auch der Umwelt. Große Teile des Regenwaldes sind bereits verwüstet.

Quelle: dpa/kne


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