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Dänemark stoppt Ausbau von Windkraftanlagen

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Angst vor Gesundheitsschäden: Dänemark stoppt Ausbau von Windkraftanlagen

02.03.2015, 12:13 Uhr | feelgreen.de

Windkraftanlagen stehen zunehmend im Verdacht, auch der menschlichen Gesundheit zu schaden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Windkraftanlagen stehen zunehmend im Verdacht, auch der menschlichen Gesundheit zu schaden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wie gefährlich ist Windkraft für Tier und Mensch? Diese Frage hat den Bau von Windenenergie-Anlagen in Dänemark nahezu gestoppt, wie die "Welt am Sonntag" berichtet. Auch in Deutschland wächst die Skepsis gegenüber Windkraftprojekten.

Dänemark gilt als Pionierland der modernen Windkrafttechnik und ist mit einem Anteil von gut 39 Prozent am landesweiten Strommix die weltweit führende Nation in diesem Gebiet. Doch die Entwicklung stockt.

Ausgangspunkt für die ansteigende Skepsis gegenüber Windkraft war ein Vorfall, der sich Ende 2013 auf einer Nerzfarm im dänischen Vildbjerg ereignete. Schon beim ersten Lauf neuer Windräder hinter dem Bauernhof, flippten die Tiere in ihren Käfigen aus. Als am nächsten Morgen die Anlage ausgeschaltet wurde, hatten sich über 100 von ihnen gegenseitig so tiefe Wunden zugefügt, dass sie getötet werden mussten.

Staatliche Untersuchung soll über Gesundheitsfolgen aufklären

Könnte der Infraschall von Windrädern Tiere verrückt machen? Ist dadurch womöglich auch die Gesundheit von Menschen gefährdet? Die Verunsicherung im umweltbewussten Dänemark ist seitdem gewachsen.

Gegenüber der "Welt" erklärt Jan Hylleberg, Vorstandschef des Verbandes der dänischen Windindustrie, dass der Großteil der dänischen Kommunen die Pläne für neue Windparks auf Eis gelegt habe. Man wolle erst abwarten, bis staatliche Untersuchungen über die gesundheitlichen Folgen durch Infraschall abgeschlossen sind. Während 2013 noch neue Windanlagen mit einer Gesamtleistung von fast 700 Megawatt ans Netz gingen, betrug dieser Wert im letzten Jahr nur noch 67.

Auch in Deutschland wächst die Skepsis

Die neue Zurückhaltung beim Windkraftausbau in Dänemark überträgt sich zunehmend auf Deutschland. Laut "Welt" setzen sich inzwischen mehr als 500 Bürgerinitiativen gegen Windkraftprojekte ein - und dabei geht es nicht nur darum, dass die Windanlagen das Landschaftsbild beeinträchtigen.

Die Kritiker beziehen sich immer wieder auf Studien, die belegen sollen, dass die durch Windräder verursachten Luftschwingungen Gesundheitsschäden zur Folge haben. Wer dem Infraschall permanent ausgesetzt ist, könne demnach unter anderem mit Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, Tinitus, Übelkeit, Beeinträchtigungen der Herzfrequenz und Angstzuständen zu kämpfen haben.

Quelle: feelgreen.de


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