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Energie: Deutschlands größte Stromverschwender-Städte

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Deutschlands größte Stromverschwender-Städte

12.05.2015, 12:45 Uhr | feelgreen.de, moe

Auch nachts hell beleuchtet: Die Passauer Innenstadt. (Quelle: imago/Westend61)

Auch nachts hell beleuchtet: Die Passauer Innenstadt. (Quelle: Westend61/imago)

Der Stromverbrauch in Deutschland ist im letzten Jahr deutlich gesunken. Das ergab eine Studie des Versicherungs- und Energieportals "preisvergleich.de". Doch nicht überall wird gleich viel gespart. Manche Städte entpuppen sich als regelrechte Stromverschwender.

Im Jahr 2014 verbrauchte jeder Bundesbürger im Schnitt 1654 Kilowattstunden (kWh), das sind fast 200 weniger als noch im Vorjahr (1836). Legt man einen durchschnittlichen Kilowattpreis von 26 Cent zu Grunde, ergibt sich daraus eine Ersparnis von 52 Euro. Mit der eingesparten Energie kann man einen Geschirrspüler ein ganzes Jahr lang betreiben.

Unter den insgesamt 120 untersuchten Städten finden sich jedoch auch schwarze Schafe, die deutlich mehr verbrauchen. Ganz besonders gierig nach Strom sind die Bayern. Acht der 16 Stromfresser-Städte liegen in dem Freistaat. Spitzenreiter beim Pro-Kopf-Verbrauch ist Passau (2004 kWh), dicht gefolgt von Bamberg (1974) und Hof (1961). Auf den Plätzen: Straubing (1938), Bayreuth (1911) und Trier. Auf der Karte weiter unten finden Sie die restlichen, rot markierten Stromverschwender-Städte.

Vorbildlicher Osten

Auffällig ist: Alle Städte, die übermäßig verbrauchen, liegen in Westdeutschland. Vorbildlich hingegen der Osten: Zwölf der insgesamt 19 Städte, die sich durch unterdurchschnittlichen Verbrauch auszeichnen, liegen in den neuen Bundesländern.

Die niedrigste Energienutzung pro Kopf verzeichnet Jena mit 1314 kWh. Auch in Ingolstadt (1315), Erfurt (1368), Freiburg (1398), Stuttgart (1401), Heidelberg (1408), Dresden (1410) und Rostock (1411) leben viele Stromsparer.

In der Banken-Metropole Frankfurt am Main (1426) wird ebenfalls vergleichsweise wenig Strom verbraucht. Die Millionen-Städte Berlin und Hamburg finden sich im Mittelfeld wieder. In der Hauptstadt verbrauchen die Menschen pro Kopf 1523 kWh, in der Hansestadt mit 1534 kWh nur wenig mehr.

So spart ein durchschnittlicher Bewohner von Jena etwa 80 Euro im Jahr im Vergleich zum Bundesdurchschnitt und sogar 180 Euro verglichen mit den Passauern.

Kein Zusammenhang mit dem Einkommen

Die Höhe des Stromverbrauchs scheint laut der Studie nicht mit der Höhe des Einkommens zusammenzuhängen. Das Pro-Kopf-Gehalt liegt etwa in Passau, der Königin unter den Stromverschwender-Städten, leicht unter dem Bundesdurchschnitt. Stuttgart oder Ingolstadt liegen hingegen mindestens 25 Prozent über dem Durchschnitts-Einkommen, sparen dennoch beim Strom.

Quelle: www.preisvergleich.de

Für die Studie wurden rund 200.000 stichprobenartig ausgewählte Strom-Verträge, welche 2014 online abgeschlossen wurden, analysiert. Unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Haushaltsgrößen, welche das Statistische Bundesamt oder die statistischen Landesämter ausweisen, wurde aufgrund der Vertrags-Angaben der Pro-Kopf-Stromverbrauch pro Stadt ermittelt. Die Ergebnisse klassifizieren sich in drei Gruppen: "Stromsparer" verbrauchen zehn Prozent weniger (<1661 kWh) als der ermittelte Durchschnitt. "Stromverschwender" liegen um zehn Prozent darüber (1888 >kWh). Die "normalen Stromverbraucher" siedeln sich dazwischen an.

Quelle: feelgreen.de, moe


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