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Fünf Gründe, öfter auf Fleisch zu verzichten

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Fünf Gründe, öfter auf Fleisch zu verzichten

14.06.2016, 09:50 Uhr | Manuela Hartung, evidero Redaktion, feelgreen.de

Ein gutes Steak ist etwas Feines - trotzdem gibt es gute Gründe, öfter einmal auf Fleisch zu verzichten.  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein gutes Steak ist etwas Feines - trotzdem gibt es gute Gründe, öfter einmal auf Fleisch zu verzichten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Ein bundesweiter Veggie-Tag? Mit diesem Vorschlag scheiterten die Grünen schon 2013. Statt den Bürgern ihren Speiseplan zu diktieren, hätte die Partei vielleicht besser Gründe genannt, warum es sinnvoll ist, den Fleischkonsum zu reduzieren. Denn das kommt nicht nur den Tieren und der Umwelt zu Gute, sondern auch dem Menschen selbst. Das sind fünf Argumente für den ein oder anderen fleischlosen Tag in der Woche.

Krankheitserreger durch Massentierhaltung

Das Problem der Antibiotika-Resistenz ist zwar schon lange bekannt, geriet jedoch erst vor Kurzem in den Fokus der Medienberichterstattung. Es ist ein unbequemes Thema, denn es führt unseren unvernünftigen Umgang mit der Massentierhaltung vor Augen. Außerdem gefährdet es die Gesundheit der Menschen.

Der Kern des Problems: Tiere in Massentierhaltung werden häufig mit Medikamenten wie vor allem Antibiotika gefüttert. Das soll Krankheiten und Infektionen in den überfüllten Ställen gegenwirken, fördert aber gleichzeitig das Entstehen von multiresistenten Keimen - also solchen, gegen die Antibiotika nicht mehr helfen. So entstehen Krankheitserreger, gegen die vorhandene Medikamente wirkungslos sind und die sich auf Menschen übertragen können. Weniger Fleisch und besonders keines aus Massentierhaltung zu kaufen, schützt damit die eigene Gesundheit. 

Fleisch essen ist klimaschädlich

Die Massentierhaltung hat große Auswirkungen auf die Umwelt. Zum einen durch die Treibhausgase, die bei der Fleischproduktion entstehen. Laut einer Studie der WWF werden etwa zehn Prozent der Emissionen in Deutschland indirekt durch den Fleischkonsum verursacht. Angefangen von der Futtermittelproduktion über die Gase, die die Tiere ausscheiden, bis hin zur Weiterverarbeitung des Fleisches. Zum anderen ist die Ackerfläche, die für die Futtermittelproduktion aufgewendet wird, enorm. Diese kann nicht mehr für unsere Nahrung genutzt werden.

Es gibt viel Fläche - etwa die Prärie der USA -, die landwirtschaftlich nicht genutzt werden kann, sich für die Viehhaltung jedoch eignet. Tiere, die auf der normalen Weide gehalten werden, wären ein wesentlich geringeres Problem - damit lässt sich unser aktuell massiver Fleischkonsum aber nicht decken.

Vielfalt statt Einheitsbrei

Wer öfter oder auch nur gelegentlich auf Fleisch verzichtet, wird automatisch vielfältiger kochen. Anstatt das Rührei mit Speck zuzubereiten, können vegetarische Alternativen wie Paprika oder Tomaten in Kombination mit verschiedenen Gewürzen ausprobiert werden. Es lohnt sich, offen und neugierig gegenüber alternativen Lebensmitteln zu sein und mehr Varianten auszuprobieren. Zum Beispiel Spinat und Feta in die Lasagne anstelle von Hackfleisch. Oder eine Mahlzeit aus fünf Gemüsesorten anstatt der üblichen einzelnen Gemüseration als Sättigungsbeilage zum Fleisch.

Zudem ist das Angebot an vegetarischen und veganen Fleischersatzprodukten, die mittlerweile sehr schmackhaft sind, reichhaltig. Jeder, der aus Gewohnheit gerne Fleisch isst, wird hier etwas finden. So fällt der "Entzug" leichter.

Es gibt bessere Proteinquellen

Tierisches Eiweiß findet sich nicht nur in Fleisch, sondern auch in Eiern oder Milchprodukten. Wer einmal aufrechnet, wie viel Joghurt, Käse, Milch und Fleisch er täglich zu sich nimmt, wird sich wundern, zu welch großen Mengen es sich summiert - unser Eiweißbedarf lässt sich also schnell decken. Problematisch ist, dass tierische Eiweißprodukte in der Regel erhitzt werden, um sie genießbar und haltbar zu machen. Dabei werden jedoch einzelne Eiweiße zerstört.

Außerdem ist der Vitalstoffgehalt in Form von Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen in Fleisch und Eiern wesentlich geringer als in pflanzlichen Eiweißquellen. Daher lohnt es sich, häufiger auf pflanzliche Eiweißlieferanten zurückzugreifen, denn sie liefern eben nicht nur die für uns wichtigen Proteine, sondern auch viele andere wichtige Stoffe. Gute Proteinquellen sind zum Beispiel: Hanfsamen, Quinoa, schwarze Bohnen, Süßlupine oder Chiasamen.

Achtsamer werden

An einem Tag in der Woche bewusst auf Fleischprodukte zu verzichten, steigert die Achtsamkeit für den generellen Umgang mit unserer Ernährung. Zu häufig verzehren wir einfach das, was gerade zur Hand ist, essen nebenher oder gar unterwegs. In erstaunlich vielen Fertigprodukten oder Fast Food ist Fleisch enthalten, so dass viele nicht merken, wie viel Fleisch in einer Woche auf dem Speiseplan landet. Wer sein Augenmerk darauf richtet, wird nach und nach seine Mahlzeiten bewusster planen und sich selbst mehr Aufmerksamkeit schenken.

Der Verzicht macht darüber hinaus nochmal bewusst, dass für den Genuss von Fleisch andere Lebewesen sterben müssen. Seltener Fleisch zu essen, schärft den Blick für die Würde der Tiere.

Quelle: Manuela Hartung, evidero Redaktion, feelgreen.de


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