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Gefährdung von Offshore-Windparks durch fehlenden Netzausbau;

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Gefährdung von Offshore-Windparks durch fehlenden Netzausbau

10.04.2012, 11:37 Uhr | nm (CF)

Windenergie gilt als Energie der Zukunft. Größtes Problem dabei: Ein Netzausbau ist nötig, damit der Strom aus Offshore-Windparks auch beim Kunden ankommt. Dieser Ausbau allerdings ist teuer.

Problem Netzausbau

Der Stromnetzbetreiber "Tennet" warnt laut der "Süddeutschen Zeitung": Es wird zukünftig enorme Schwierigkeiten geben, Offshore-Windparks an das Stromnetz anzubinden. Das Geld fehlt, um die Windenergie von den Windrädern auf hoher See ins Netz zu bringen.

Fehlt das Geld, um die Windenergie von den Windrädern auf hoher See ins Netz zu bringen? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fehlt das Geld, um die Windenergie von den Windrädern auf hoher See ins Netz zu bringen? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Derzeit arbeite Tennet an acht neuen Anschlüssen. Die Installation dieser neuen Kabel für Offshore-Windparks ist allerdings teuer. Die Finanzierungslast müsse auf mehrere Schultern verteilt werden, fordert Tennet laut der "Zeit".

Rückschlag für die Windenergie

Das Energiekonzept der Bundesregierung sieht vor, bis 2030 15 Prozent des gesamten deutschen Strombedarfs mit Energie aus Offshore-Windparks zu decken. Gelingt jedoch der Netzausbau hierfür nicht, kann dieses Ziel nicht eingehalten werden.

Das würde einen enormen Rückschlag für die Energiewende bedeuten. Windenergie würde dann nicht wie geplant zu einem der Grundpfeiler der Energieversorgung. Deshalb wendete sich die Tennet-Geschäftsführung in einem Brief direkt an die Bundesregierung.

Windenergie stößt an Grenzen

"Tatsächlich gibt es in sämtlichen laufenden Projekten erhebliche Schwierigkeiten im Planungs- und Baufortschritt", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" den Stromnetzbetreiber. Größtes Problem sei die Finanzierung und es fehle ein Gesamtplan für den Netzausbau. Wie es mit dem Ausbau der Windenergie weitergehen soll, ist daher unklar.

Die Grünen fordern eine offizielle Ausschreibung des Netzausbaus. "Wenn Tennet den Offshore-Ausbau nicht schultern kann, müssen andere ran", so Grünen-Energiepolitikerin Ingrid Nestle gegenüber der "Süddeutschen Zeitung".

Gegenstimmen zur Förderung der Windenergie

Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs ist laut der "Zeit" anderer Meinung als Tennet: "Bei Wind müsste geschaut werden, ob die Offshore-Förderung, also für Windparks auf See, nicht einen Schlag zu hoch ist." Er sei der Meinung, der Ausbau der Windenergie komme bereits rasch voran und die Förderungen müssten gekürzt werden.

Aber auch Fuchs sieht die Probleme des hinterherhinkenden Netzausbaus. Man sei zu euphorisch gewesen bei der Energiewende. Jetzt komme es darauf an, die Windenergie in einem vernünftigen Tempo weiter auszubauen. „Das nützt uns alles nichts, wenn wir jetzt zu massiv die erneuerbaren Energien ausbauen, aber gar nicht die Netze dafür haben", so der CDU-Politiker weiter. 

Quelle: nm (CF)


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