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Greenpeace: Von diesen Fischen sollten Sie die Finger lassen ;

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Von diesen Fischen sollten Sie die Finger lassen

15.03.2013, 12:27 Uhr | AFP, dapd, dpa

Greenpeace ruft in seinem Fischratgeber zum Verzicht auf Makrelen auf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Greenpeace ruft in seinem Fischratgeber zum Verzicht auf Makrelen auf. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Von der Makrele sollten Verbraucher besser die Finger lassen - das rät die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Ihr neuer "Einkaufsratgeber Fisch" zeigt mit Signalfarben, welche Fische bei umweltbewussten Verbrauchern dieses Jahr nicht auf den Tisch kommen sollten.

Verzicht auf Makrele setzt klares Signal

Hintergrund des Aufrufs zum Verzicht auf Makrelen ist ein Streit zwischen Island, Norwegen, den Färöer Inseln und der EU. Diese können sich seit fünf Jahren nicht auf ein gemeinsames Fischereimanagement für Makrelen im Nordostatlantik einigen. Reizten diese Staaten ihre bisherigen Fangquoten aus, würde nach Angaben von Greenpeace die Makrele deutlich überfischt werden. „Engagierte Verbraucher können mit ihrem Fischeinkauf dem Handel und der Politik ein klares Signal senden“, sagt Iris Menn, Meeresbiologin von Greenpeace.

Afrikanischer Wels und Karpfen ohne Bedenken essbar

Greenpeace bewertet auf dem kleinen Faltblatt, das in jede Geldbörse passt, rund 100 Arten - aufgeteilt in mehrere Hundert Bestände und Aquakulturen. Die Verbraucher sollen schnell erkennen, ob die Ware aus nachhaltiger Fischerei stammt: Die Farbe Grün steht für "noch empfehlenswert", Rot für "nicht empfehlenswert". So haben Aal, Dornhai und Rotbarsch auf unserem Teller nichts verloren, sagt Iris Menn. Afrikanischer Wels, Karpfen und Forelle sind hingegen Fischarten aus Aquakultur, die Verbraucher ohne ökologische Bedenken essen können.

Finger weg von Regenbogenforellen

Beim Afrikanischen Wels sollten Kunden in Tanks gezüchtete Exemplare aus Belgien, den Niederlanden, Nigeria und Ungarn vorziehen. Für Karpfen gibt es keine Einschränkungen. Nicht empfehlenswert sind außerdem Regenbogenforellen aus Dänemark, Deutschland, Italien, Norwegen und Polen, die in Käfigen gehalten wurden.

Beim Hering genau hinschauen

Bei den Seefischen empfiehlt Greenpeace zwar grundsätzlich den Hering, rät aber von Ware aus bestimmten Beständen in einzelnen Fanggebieten ab. Dazu zählen unter anderem Fische aus dem Finnischen Meerbusen im Nordostatlantik oder dem Südlichen Golf von St. Lorenz im Nordwestatlantik. Denn wollen sich Fischkäufer umweltbewusst verhalten, sollten sie nicht nur auf das Fanggebiet achten. Es kommt auch darauf an, aus welchem Bestand im Fanggebiet der Fisch stammt.

Auf Bestände, Fangmethoden und Fanggebiet achten

So gibt es allein im Nordostatlantik zum Beispiel 13 verschiedene Kabeljaubestände, die alle in unterschiedlichem Zustand sind und laut Greenpeace auch mit unterschiedlichen Fangmethoden befischt werden. Bei Fisch aus Aquakultur oder Wild-Fischerei unterscheidet die Organisation bei ihren Einkaufsratschlägen, ob diese nachhaltig betrieben wird oder nicht. "Lachs, Schellfisch oder Dorade können wir zum Beispiel mit Einschränkungen empfehlen, sofern sie aus nachhaltiger Wildfischerei oder Aquakultur stammen", sagt Iris Menn.

Quelle: AFP, dapd, dpa


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