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Krebserregende Stoffe und Medikamente in Zuchtfischen nachgewiesen

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Alarmierende Zahlen: Zuchtfische oft mit krebserregenden Stoffen verseucht

02.05.2015, 14:25 Uhr | AFP, feelgreen.de

Auch Forellen betroffen: In vielen Fischen aus Aquakulturen befinden sich Rückstände von Arzneimitteln.  (Quelle: dpa)

Auch Forellen betroffen: In vielen Fischen aus Aquakulturen befinden sich Rückstände von Arzneimitteln. (Quelle: dpa)

Er gilt als gesund: Ernährungsexperten empfehlen, ein- bis zweimal die Woche Fischzu essen, denn er ist cholesterinarm, enthält viel Eiweiß, Aminosäuren und verschiedene Vitamine - doch in viel zu vielen Fällen leider auch gefährliche Medikamentenrückstände. Das geht aus einem Bericht des "Spiegel" hervor.

Demnach liegen der Bundesregierung alarmierende Zahlen über antimikrobielle Medikamente in Fisch- und Krustentierprodukten aus Zuchtbetrieben vor: Bei Untersuchungen im Rahmen des Europäischen Schnellwarnsystems für Lebensmittel meldeten die Prüfer des Bundes in 183 Fällen Nachweise von pharmakologisch wirksamen Stoffen.

Illegale Fütterung mit krebserregenden Stoffen

Überwiegend handelte es sich um Rückstände der Fisch-Arznei Malachitgrün. Das Mittel steht im Verdacht, Krebs zu erregen und Erbgut zu schädigen, heißt es im "Spiegel". Das Antiparasitikum Malachitgrün darf bei Speisefischen nicht als Arzneimittel angewendet werden.

Zudem seien Abbauprodukte verschiedener Antibiotika und Antiseptika nachgewiesen worden: Bei Krustentieren meldete Deutschland 306 Mal den Fund solcher Stoffe. Die Daten stammten aus Untersuchungen von Lachs, Forellen oder Shrimps aus Aquakulturen im Zeitraum von 2005 bis Ende März dieses Jahres.

Bei sechs Prozent aller Stichproben fanden die Kontrolleure demnach Arzneimittel. Aus welchen Betrieben die belasteten Proben im Einzelnen stammten, könne das Bundeslandwirtschaftsministerium nicht sagen, so der "Spiegel".

Für den Grünen-Bundestagsabgeordneten Oliver Krischer sind die Ergebnisse ein deutlicher Hinweis darauf, dass in der Fischzucht Medikamente ins Futter gemischt werden - im Falle von Malachitgrün sogar illegal. "Dieser Masseneinsatz von Arzneien sorgt für Resistenzen und gefährdet die Gesundheit von Menschen", sagte Krischer dem "Spiegel".

Quelle: AFP, feelgreen.de


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