19.12.2011, 09:46 Uhr | hadiet
Aus altem Nespresso-Kaffee wird in der Schweiz hochwertiger Brennstoff gemacht. (Quelle: imago)
Jeder kennt Kaffee und fast jeder trinkt Kaffee. Er zählt zu den beliebtesten und weit verbreitetsten Getränken auf der Welt. Aber hätten Sie gedacht, dass man aus Kaffee auch einen hervorragenden Brennstoff machen kann? Besser gesagt aus dem Kaffeesatz. Geahnt hat das schon mancher Wissenschaftler, doch umgesetzt hat diese Idee ein junges Schweizer Unternehmen – mit Erfolg.
Weit verbreitet ist inzwischen der Genuss von Kaffee aus sogenannten Kaffekapseln. Das kam dem Start-Up Unternehmen 3R Company AG bei Ihrer Recycling-Idee zu Gute. Denn der Kaffeesatz aus den Aluminiumkapseln ist ideal für die Weiterverarbeitung zum Brennstoff – er ist weder verschmutzt noch sonderlich feucht.
So entstand eine enge Kooperation mit dem Lebensmittelhersteller Néstle, der die Schweizer mit den verbrauchten Kapseln beliefert. Aber auch von anderen Herstellern und Endkunden erhalten sie Kaffeeabfälle, die beispielsweise beim Abfüllen von Portionen entstehen.
Die Idee der Umwandlung von Kaffeesatz zum Heizmaterial – namens Cafuego – ist nicht nur clever, sondern auch gut für die Umwelt. Zum Einen kommt der Kaffee zweimal zum Einsatz, zum Anderen wird er zu CO2-neutralem Brennstoff verwandelt, dessen Heizwert sich sehen lässt.
Für die Umwandlung werden dem Kaffesatz noch andere geheime Zutaten hinzugefügt, um den eigentlichen Brennstoff herzustellen. Inzwischen umfasst die Produktpalette Heizbriketts, Kaffepellets oder losen aufbereiteten Kaffesatz. Geliefert wird an Privatkunden, aber auch an Industrie- und Zementwerke.
Der Heizwert der Kaffekohle liegt um 15 Prozent höher als der von Holzpellets und brennt dadurch länger. Außerdem entstehen weniger Emissionen als bei herkömmlichen fossilen Brennstoffen. So bleibt die Luft im Vergleich sauberer.
Weiterer Vorteil: Der Kaffeebrennstoff kann problemlos anstatt Stückholz oder Holzschnitzel verwendet werden. Ein Umbau bestehender Heizungsanlagen ist nicht notwendig.
Im Vergleich zu anderen Brennstoffen wie Öl, Gas oder Holz ist der Aufwand für die Herstellung der Kaffekohle vergleichsweise gering. Die Transportwege für den Rohstoff sind kurz und unproblematisch. Der fertige Brennstoff lässt sich optimal und flächensparend lagern.
Auch die Verwender in der Gastronomie freuen sich über die geistreiche Erfindung des Unternehmens. Denn so können sie den Kaffeesatz unproblematisch entsorgen. Bisher kompostierte man den Satz, doch dabei entsteht klimaschädliches Methangas. Und auch die Beimischung für Tierfutter ist nicht effizient genug: Hier können nur 2 Prozent zugesetzt werden, sonst fressen die Rinder das Futter nicht.
Quelle: feelgreen.de
Nachdenker schrieb:
am 20. März 2012 um 00:18:03
Neuartige Verwertung für Kaffeesatz und Co.
Kaffesatz und Teeblätter brennen nicht nur gut, man kann daraus auch Kompost machen oder
einfach in die Pflanzenerde geben. Die Idee ist so alt, daß sie wieder neu ist - genauso wie das Verbrennen von Kaffeesatz im Ofen oder die Verwendung von Holzkörben als Anmachholz. Zu meiner Kinderzeit wurden selbst alte Telegraphenmasten zersägt und thermisch verwertet.
mehr
Kommentar melden
Moritz93 schrieb:
am 4. März 2012 um 18:33:18
Kaffeesatz
Leute, trinkt mehr Kaffee, damit Putin bald sein Öl selbst saufen kann, zusammen mit den Iranern und Saudis.
Kommentar melden
Altbürger schrieb:
am 23. Februar 2012 um 17:51:49
Ein Wunder??
Als wir 1950 noch mit Kohle heizten hatten wir keinen brennbaren Abfall. Alles wurde verbrannt. Damals aus der Not und heute als
nach-
wachsender Rohstoff, CO2-Neutralität. Es gibt nichts Neues, es wird nur Altes neu aufbereitet und groß herausgestellt.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Testen Sie jetzt MyTraining.de ohne Risiko bequem von zu Hause. MyTraining.de
Gemüse, Blumen, Bäume: 1000 Tricks und Kniffe für Beet und Rasen. ZUHAUSE.DE