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Quecksilbergehalt in Thunfischen steigt jedes Jahr

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Quecksilbergehalt in Thunfischen steigt jedes Jahr

11.02.2015, 09:04 Uhr | feelgreen.de

Der Quecksilberwert im beliebten Thunfisch ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. (Quelle: dpa)

Der Quecksilberwert im beliebten Thunfisch ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. (Quelle: dpa)

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät dazu, wenigstens einmal pro Woche Fisch zu essen, um den Bedarf an Omega-3 Fettsäuren und Jod zu decken. Wonach der menschliche Körper jedoch nicht verlangt, ist das giftige Schwermetall Quecksilber. Genau davon finden sich jedoch immer wieder Mengen in Thunfisch - und diese werden von Jahr zu Jahr größer, wie eine amerikanische Studie ermittelte.

Wissenschaftler der Universität in Michigan untersuchten die Thunfisch-Population nahe Hawaii aus den Jahren 1971, 1998 und 2008. Wie die Forscher um Studienleiter Paul Drevnick herausfanden, veränderte sich die Quecksilberbelastung der Gelbflossen-Thunfische im Pazifik zwischen 1971 und 1998 nur geringfügig. Seitdem jedoch stiegen die Quecksilberwerte der beliebten Speisefische deutlich an: um etwa 3,8 Prozent jährlich.

Ein ähnliches Resultat hatte sich im letzten Jahr aus einer anderen Studie ergeben: Wie Experten vom Ozeanischen Institut Woods Hole in Massachusetts feststellten, ist der Quecksilbergehalt im Atlantik, Pazifik sowie in den südlichen und arktischen Ozeanen in den oberen Wasserregionen seit der industriellen Revolution um 150 Prozent angestiegen. Es liegt nahe, dass sich die Quecksilberwerte im Thunfisch parallel zur steigenden Belastung der Meere entwickeln.

Anzeichen einer Quecksilbervergiftung

Schätzungen zufolge gelangen pro Jahr 2200 Tonnen gasförmiges Quecksilber vor allem durch Kohle- und Müllverbrennung in die Atmosphäre. Dort wird der Stoff in Methylquecksilber gewandelt, sinkt ab und landet schließlich auch in den Meeren. In seinem Bericht warnt Drevnick, dass sich bei gleichbleibender Emission der Quecksilbergehalt allein im Nordpazifik bis 2050 verdoppeln werde.

Chronische Quecksilbervergiftungen, zu denen es über die Nahrungsaufnahme kommen kann, machen sich durch Symptome wie Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Zahnfleischentzündungen und Zahnlockerung, Durchfälle sowie Nierenentzündungen bemerkbar. Später können Anzeichen der Schädigung des Nervensystems dazukommen: zum Beispiel Muskelzuckungen, Sinnes-, Sprach- und Gangstörungen oder Merkschwächen und Persönlichkeitsveränderungen.

Der untersuchte Gelbflossen-Thunfisch wird sowohl in Konservendosen als auch roh für Sushi oder gegrillten Thunfisch verkauft. Laut "Fischbestände online" macht die Art rund 27 Prozent der weltweiten Thunfischfänge aus. Auf dem deutschen Markt steht Thunfisch auf dem vierten Platz der gefragtesten See- und Süßwasserfische.

Quelle: feelgreen.de


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