20.01.2012, 12:56 Uhr
Amerikanischen Forschern ist ein Durchbruch in der Umwandlung von Seetang zu Energie gelungen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)
Mit Algen wird derzeit auf dem Weltmarkt intensiv experimentiert, um aus ihnen neue "grüne" Energie zu gewinnen. Amerikanische Forscher sind diesem Ziel gerade einen deutlichen Schritt entgegen gekommen: Sie haben es geschafft aus Seetang Bio-Brennstoff herzustellen. Ihrer Meinung nach steht einer Vermarktung in absehbarer Zeit nichts im Wege.
US-Wissenschaftler haben einen Durchbruch bei der Nutzung von Seetang als Energiequelle gemeldet. Mittels einer Mikrobe könnten alle wichtigen Zuckerarten in braunen Meeresalgen in einen Bio-Brennstoff umgewandelt werden, berichtete kürzlich das US-Wissenschaftsmagazin "Science". Energieexperten sind schon lange der Ansicht, dass Seetang ein enormes Potenzial als Energiequelle birgt.
Ein Team von Wissenschaftlern des Bio Architecture Laboratoriums in Kalifornien habe eine Form des E-Coli-Bakteriums so eingesetzt, dass es Zucker in den Meeresalgen in Ethanol verwandeln könne, hieß es in dem Bericht. Anders als andere Mikroben zuvor könne es den Hauptzucker im Seetang, bekannt als Alginat, verarbeiten.
"Unsere Wissenschaftler haben ein Enzym entwickelt, um das Alginat abzubauen und umzuwandeln", sagte der Geschäftsführer von Bio Architecture Lab, Daniel Trunfio. Diese Entdeckung mache aus der Biomasse einen billigen Ausgangsstoff zur Produktion von Bio-Brennstoffen und Chemikalien. Ein Sprecher des Unternehmens teilte mit, dass das Labor derzeit vier Aquafarmen in Chile betreibe, wo es hoffe, seine Mikroben-Technologie in einer Großanlage einsetzen zu können – als nächster Schritt hin zur Vermarktung in den nächsten drei Jahren.
Meeresalgen als Lieferant für Bio-Brennstoff gelten als eine attraktive Alternative, weil der Seetang anders als etwa Rohrzucker nicht angebaut werden muss und somit nicht mit landwirtschaftlichen Flächen für Lebensmittel in Konkurrenz tritt. Weniger als drei Prozent der weltweiten Küstengewässer würden ausreichen, um genug Algen zu produzieren, um 60 Milliarden Gallonen (227 Milliarden Liter) fossilen Brennstoff zu ersetzen, wie es in dem "Science"-Artikel hieß.
Im Jahr 1950 betrug die weltweit landwirtschaftlich genutzte Fläche pro Kopf noch 5000 Quadratmeter, 2011 waren es nur noch 2100 Quadratmeter. Dies entspricht in etwa der Größe von einem Viertel eines Fußballfeldes. "Landwirtschaftliche Fläche wird aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung immer bedeutender und muss intelligent genutzt werden", forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner erst kürzlich im Vorfeld der "Grünen Woche" in Berlin.
Das Vorgehen in den vergangenen Jahrhunderten, durch Rodung von Wäldern landwirtschaftliche Fläche zu gewinnen, sei aus Gründen des Umwelt-, Arten- und Klimaschutzes nicht mehr zu verantworten. “Wir müssen aufgrund begrenzter Ressourcen die Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen reduzieren und der Degradation von Böden- und Wasserressourcen durch Erosion, Versalzung, Verschmutzung, Kontamination und Übernutzung mit Entschlossenheit entgegenwirken“, sagte Aigner. Auch deshalb wäre die Nutzung von Algen für die Herstellung neuer Energie ein wünschenswerter Fortschritt.
Quelle: AFP
Raumenergie schrieb:
am 1. Februar 2012 um 17:15:01
Strom kostenlos für immer
Alles Quatsch, die Raumenergie ist die Energie der Zukunft,
Ansonsten könnten wir ja unseren eigenen Kott an die
Sonne legen, bis er trocken ist und dann als Brennstoff verwenden.
Wäre ja auch billig.
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Jürgen schrieb:
am 20. Januar 2012 um 21:55:13
Thema: "Seetang für Bio-Sprit – Wissenschaftlern gelingt Durchbruch"
@hugo: Bevor der Mesch erstickt, brennt kein Feuer, fliegt kein Flugzeug und fährt kein Auto mehr. Wir werden das merken, wenn es soweit ist!
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Jürgen schrieb:
am 20. Januar 2012 um 21:44:05
Thema: "Seetang für Bio-Sprit – Wissenschaftlern gelingt Durchbruch"
@kritiker.: Die Amerikaner sind nicht unbedingt dafür
bekannt, dass sie sich Gedanken über Folgen einer Entwicklung machen, die tiefer greift als ihr Geldbeutels sitzt, aber sie eröffnet die Möglichkeit, den Missbrauch von Nahrungsmitteln zur Erzeugung von Treibstoff zu verringern.
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