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Solar-Carport: Auf clevere Art Energie gewinnen

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Mit Solar-Carports das Klima schützen

15.06.2012, 18:12 Uhr | Nadja Kaufmann, feelgreen.de

Solar-Carports sind groß im Kommen. (Quelle: imago)

Solar-Carports sind groß im Kommen. (Quelle: imago)

Carports sind aus modernen Wohngebieten nicht mehr wegzudenken. Die Alternative zur Garage setzt sich immer mehr durch. Vor allem Solar-Carports sind derzeit im Kommen. Denn die Photovoltaik-Module auf dem Carport-Dach erzeugen umweltfreundlichen sauberen Strom. Dadurch lassen sich die Anschaffungskosten langfristig wieder einspielen.

Die Vorteile von Carports sind vielfältig. Sie zeichnen sich durch mindestens zwei offene Seiten aus. Dadurch ist eine kontinuierliche Luftzirkulation am Stellplatz gewährleistet. Diese lässt Feuchtigkeit und Nässe schneller abtrocknen als in der rundum geschlossenen Garage. So entsteht ein Korrosionsschutz für das Fahrzeug.

Für die Besitzer ist eines im Winter aber besonders wichtig: Sobald die Temperatur unter den Gefrierpunkt fällt, müssen bei Autos im Carport die Scheiben nicht freigekratzt werden. Und im Sommer, wenn die Sonne scheint, steht das Auto im Carport natürlich kühler. So lässt sich noch ein bisschen Sprit sparen, da die Klimaanlage im Fahrzeug nicht so hoch laufen muss.

Carport mit Zusatznutzen

Seit einiger Zeit werden Solar-Carports immer populärer. Fast jeder Anbieter hat sie deshalb im Angebot. So wird die Dachfläche des Carports zur Erzeugung von Strom durch Sonnenenergie genutzt. Der umweltfreundliche Strom kann sogar im Idealfall direkt zum Aufladen eines Elektro-Autos genutzt werden.

Standort muss passen

Ein Solar-Carport kann allerdings nicht an jedem Standort aufgestellt werden. Entscheidend ist die Himmelsrichtung: Optimal ist der Stellplatz nach Süden ausgerichtet, um den optimalen Wirkungsgrad der Solar-Module zu erzielen. Im Gegensatz zu den Anlagen auf Hausdächern kann ein Carport-Dach aber auch viel leichter durch Bäume, Laternenmasten oder Gebäude aus der Nachbarschaft verschattet werden. Passiert das, kommt es zu spürbaren Ertragseinbußen. Der Grund dafür ist, dass immer die am schwächsten produzierende Solarzelle die Stromstärke vorgibt. Deshalb sollte auf die Anordnung der Module auch größte Sorgfalt verwendet werden.

Solarlaminate für ungünstige Standorte

Die Entwicklung von Photovoltaikmodulen schreitet stetig voran. Zu den herkömmlichen Anlagen kommen neuerdings auch so genannte Solarlaminate. Diese bestehen aus Solar-Dünnschichtzellen, die auf Bleche aufgebracht sind. Solarlaminate sind sehr leicht, langlebig und vor allem schattentoleranter als Solarmodule. So bringen sie auch bei diffusem Licht noch hohe Leistung, also bei bedecktem Himmel oder leichtem Schattenwurf von Bäumen. Gerade für ungünstige Ausrichtungen oder geringe Dachneigungen sind Solarlaminate ebenfalls von Vorteil.

Flexible Lösungen für jeden Bedarf

Die Auswahl an Anbietern von Solar-Carports ist groß. Viele Hersteller liefern mittlerweile Komplettlösungen mit integrierten Solarmodulen. Diese können oft je nach Dachflächengröße flexibel erweitert oder angepasst werden. Zusätzlich können Solar-Carports zu Stromtankstellen erweitert werden. Durch Stromzapfmodule wird das Elektroauto mit sauberem Strom betankt.

Baurechtliche Einschränkungen abklären

Vor dem Bau des Carports müssen auch baurechtliche Regelungen beachtet werden. Diese können von Bundesland zu Bundesland sehr unterschiedlich sein. Deshalb unser Tipp: Bevor Sie mit dem Bau eines Carports beginnen, informieren Sie sich bei der entsprechenden Baubehörde. Denn ist eine Baugenehmigung erforderlich, müssen Sie technische Unterlagen des Carports sowie einen Flurplan beim zuständigen Bauamt einreichen.

Solar-Carports sind nicht nur für Idealisten

Die Anschaffung eines Solar-Carports ist nicht nur eine idealistische Maßnahme. Denn schon rund 20 Quadratmeter Solarfläche reichen aus, um ein Elektro-Auto 10.000 Kilometer jährlich zu fahren. Dies hat Günther Brauner von der Technischen Universität Wien ausgerechnet. Wer kein Elektro-Auto hat, kann trotzdem von der halboffenen Parkmöglichkeit profitieren: Für jede Kilowattstunde des auf dem Dach produzierten Stroms gibt es eine feste, gesetzlich garantierte Vergütung durch das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) – und das 20 Jahre lang.

Wie hoch der Vergütungssatz ist, entscheidet der Tag der Installation der Anlage. Den zu diesem Zeitpunkt aktuellen Preis erhalten Sie die nächsten zwei Jahrzehnte.

Momentan wird zum Beispiel eine Photovoltaikanlage auf einem Carport bis 30 kWp (Kilowatt Peak, der Spitzenleistung einer Solarzelle) mit 24,43 Cent pro eingespeister Kilowattstunde vergütet. Mit einer 20 Quadratmeter großen Solarfläche (entspricht etwa 1-2 kWp) lassen sich derzeit im Idealfall rund 585 Euro pro Jahr erzielen.

Quelle: Nadja Kaufmann, feelgreen.de


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