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Spuren von Arsen im deutschen Bier;

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Warum Bier manchmal Arsen enthält

15.04.2013, 13:32 Uhr | AFP

In deutschem Bier werden immer wieder Spuren des Giftes Arsen gefunden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In deutschem Bier werden immer wieder Spuren des Giftes Arsen gefunden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

In Bier werden immer wieder Spuren des Giftes Arsen gefunden. Forscher haben nun die Ursache für die erhöhten Werte gefunden. Gesundheitsbedenklich sei das aber nicht, so die Experten.

Wissenschaftler sind Arsen auf der Spur

Deutsche Forscher haben nach eigenen Angaben das Rätsel gelöst, warum in Bier oft Spuren des Gifts Arsen zu finden sind. Das hochgiftige Schwermetall gerät über das Filtermaterial Kieselgur in das Bier, wie die Wissenschaftler der Technischen Universität München herausfanden. Biertrinker müssten sich dennoch keine Sorgen machen, krank zu werden, erklärte der Brauexperte Mehmet Coelhan, der die Untersuchung leitete. Die Gefahr einer Alkoholvergiftung sei eine "sehr viel realere Sorge".

Für Bier gibt es keinen Grenzwert

Dass einige Biere höhere Arsen-Werte enthalten als das zum Brauen verwendete Wasser, ist bereits seit längerem aus Tests bekannt. Über die Ursache hatten Wissenschaftler lange gerätselt. Die deutschen Forscher untersuchten nun Proben von 140 in Deutschland verkauften Bieren auf Spuren aus Arsen und Blei sowie auf unerwünschte Schadstoffe wie Pestizide, die aus dem für das Brauen verwendeten Getreide stammen könnten. Dabei stellten sie erneut Arsenwerte über dem WHO-Richtwert von zehn Mikrogramm pro Liter fest, der für Trinkwasser gilt. Für Bier gibt es keinen Grenzwert.

Arsen löst sich aus Kieselgur

Die Wissenschaftler untersuchten sämtliche beim Brauen verwendeten Materialien und Zutaten, auch die Getreide Malz und Hopfen, auf ihre Arsenkonzentration. Die Lösung fanden sie schließlich in den Filtern aus Kieselgur, die in Brauereien benutzt werden, um bestimmte Biere von Schwebstoffen zu befreien und sie kristallklar zu machen. Kieselgur ist ein Gestein, das sich aus Schalen urzeitlicher Algen bildete.

"Die Tests ergaben, dass einige Kieselgur-Proben Arsen abgeben", sagte Coelhan. Er betonte zugleich, dass die Wahrscheinlichkeit gering sei, vom Genuss von Bieren krank zu werden, das mit der Methode gefiltert sei.

Kieselgur-Pulver wird auch von Winzern eingesetzt

Kieselgur-Pulver wird nach Angaben der Münchner Forscher auch von Winzern und anderen Lebensmittelherstellern als natürlicher Filter eingesetzt. Den Nutzen ihrer Erkenntnis sehen die Experten vor allem darin, die Anwender dafür zu sensibilisieren, dass das Material Arsen freisetzen könne. Schon einfache Maßnahmen wie das Spülen des Kieselgurs mit Wasser könnten das Metall vorab entfernen, teilte Coelhan mit. Darüber hinaus gebe es auch Ersatzstoffe.

Quelle: AFP


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