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Überfischung: Der Handel mit Haien boomt

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Der weltweite Haifischhandel boomt

15.08.2013, 15:39 Uhr | stw

Haie: Jährlich werden bis zu 100 Millionen Haie gefangen und getötet. (Quelle: Doug Perrine/ naturepl.com / WWF )

Jährlich werden bis zu 100 Millionen Haie gefangen und getötet. (Quelle: Doug Perrine/ naturepl.com / WWF )

Ein toter Hai in der New Yorker U-Bahn hat in den letzten Tagen für Empörung gesorgt. Die eigentliche Lage sieht aber noch weitaus dramatischer aus, denn nach Angaben der Tierschutzorganisation WWF werden jährlich bis zu 100 Millionen Haie gefangen und getötet. Der Handel mit Haien boomt vor allem in Indonesien und Indien, aber auch drei EU-Staaten gehören zu den 20 größten Haifangnationen. Tierschützer bangen daher um den Fortbestand vieler Haiarten.

Spanien ist drittgrößte Haifangnation

Laut WWF werden etwa ein Fünftel der weltweit gefangen Haie in Indonesien und Indien gefangen. Spanien ist die drittgrößte Haifangnation neben Frankreich und Portugal. Das zeigt eine aktuelle Analyse von "TRAFFIC", dem Artenschutzwerk des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN.

Haie pflanzen sich langsam fort

Der Fortbestand vieler Hai-Arten wie beispielweise des Herings- oder Weißspitzen-Hochseehais sowie drei Hammerhaiarten ist in Gefahr. "Haie pflanzen sich sehr langsam fort. Daher sind sie besonders anfällig für Überfischung", warnt Volker Homes, Leiter Artenschutz beim WWF.

Flossen der Haie besonders begehrt

Haie sind vor allem in Süd- und Ostasien wegen ihrer Rückenflossen ("Finnen") begehrt. In Asien gilt Haifischflossensuppe sogar als Delikatesse. "Finnig" nennt sich die grausame Tötungsmethode, die nur darauf abzielt, an die gewinnbringenden Flossen der Tiere zu gelangen. "Die Haie werden gefangen und ihnen dann bei lebendigem Leib die Finnen abgeschnitten. Der Torso wird wieder ins Wasser geworfen, wo die Tiere dann elendig ersticken oder verbluten", berichtet Volker Holmes.

"Finning" seit Juli 2013 verboten

Einen Lichtblick gibt es jedoch: Seit Juli 2013 hat die Europäische Union das grausame "Finning" innerhalb der EU verboten, um der Überfischung entgegenzuwirken. Auch einige Fluggesellschaften haben nach Angaben des WWF angekündigt, zukünftig auf den Transport von Haifischflossen zu verzichten.

Quelle: stw


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