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Umweltbundesamt: Auf Strom und Sprit aus Biomasse verzichten;

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Umweltbundesamt rät zum Verzicht auf Biosprit

31.10.2012, 12:34 Uhr | dpa

Wenn es nach der EU-Kommission geht, soll die Quote für Biosprit aus Anbaubiomasse eingefroren werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wenn es nach der EU-Kommission geht, soll die Quote für Biosprit aus Anbaubiomasse eingefroren werden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Angesichts des Hungers in der Welt empfiehlt das Umweltbundesamt, langfristig auf Strom und Sprit aus eigens dafür angebauter Biomasse zu verzichten. Agrarland sei eine begrenzte Ressource, um die der Anbau von Pflanzen als Lebensmittel, als Rohstoff und für die energetische Nutzung konkurrierten, sagte der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, bei der Vorstellung eines Positionspapiers zur Landnutzung.

"Da muss die Ernährung absolute Priorität haben", sagte Flasbarth. Bioenergie aus Lebensmittel- und Holzabfällen sollte nach Meinung des Umweltbundesamts dagegen vermehrt gefördert werden.

55 Millionen Hektar Ackerland für Biosprit

Von rund 5 Milliarden Hektar Agrarflächen weltweit werden laut Umweltbundesamt etwa 1,45 Milliarden Hektar als Ackerland genutzt - davon rund 55 Millionen Hektar für den Anbau von Energiepflanzen wie Mais oder Raps. "Wir begrüßen den Vorschlag der EU-Kommission, die bereits eingeführte Quote für Biosprit aus Anbaubiomasse einzufrieren", sagte Flasbarth.

Die Autoindustrie solle in ihrer Technik neue Wege gehen und mögliche Kraftstoffe aus Strom von Wind- und Sonnenenergie berücksichtigen.

Fleischärmere Ernährung birgt großes Potenzial

Eine weitere Möglichkeit, mehr Land für die Produktion von Nahrungsmitteln umzuwandeln, sieht das Umweltbundesamt beim Futtermittelanbau. Das betrifft den Großteil des weltweiten Ackerlandes mit über 1 Milliarde Hektar. "Eine fleischärmere Ernährung birgt großes Potenzial", meinte Flasbarth. Wenn Fleisch steuerlich weniger bevorteilt würde, dann werde es weniger gegessen und desto mehr Land könne für den Anbau von Lebensmitteln genutzt werden.

Quelle: dpa


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