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Umweltschutz: Bodensee sauber wie lange nicht mehr;

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Bodensee so sauber wie lange nicht

15.11.2012, 16:06 Uhr | dpa

Der Bodensee glänzt mit sauberem Wasser (Quelle: dpa)

Sorglos hineinspringen: Der Bodensee glänzt mit sauberem Wasser (Quelle: dpa)

Wenig Phosphor, wenig Schmutz: Das Wasser im Bodensee wird immer sauberer. Doch während sich Umweltbehörden und -schützer darüber freuen, schlagen Fischer Alarm - aus Angst um ihre Erträge.

Die Schweizer waren's: Experten aus dem Nachbarland haben die frohe Botschaft über das große Gewässer im Dreiländereck von Deutschland, der Schweiz und Österreich verkündet. Danach ist der Bodensee so sauber wie seit 60 Jahren nicht mehr.

Der Zustand des Sees werde durch die Belastungskurve mit Phosphor belegt, erklärt Beat Baumgartner vom Umweltamt im Kanton Thurgau. Vor allem die 220 Kläranlagen im Einzugsgebiet hätten zur Sauberkeit beigetragen. Trotz des Bevölkerungswachstums rund herum hätten sich die Schmutz- und Nährstoffeinträge in den Bodensee auch in den letzten zehn Jahren verringert.

Besser gerüstet für Klimawandel

Damit sei der Bodensee auch für den Klimawandel besser gerüstet, freut sich Baumgartner: "Wir haben im Schnitt zwar wärmere Winter, dadurch kühlt sich das Seewasser nicht mehr so ab und zirkuliert weniger." Durch die gute Wasserqualität habe das Tiefenwasser aber auch dann noch genügend Sauerstoff, wenn die verschiedenen Wasserschichten sich im Winterhalbjahr nicht so gut vermischen.

Dadurch werde den Bodenseefischen auch in Jahren mit unvollständiger Wasserzirkulation "die Luft nicht ausgehen". Doch gerade, wenn es um die Fische geht, stößt das saubere Bodenseewasser nicht bei allen auf vorbehaltlose Freude: Auf deutscher Seeseite hatten zuletzt Fischer Alarm geschlagen.

"Spielt überhaupt keine Rolle"

Sie beklagen Ertragseinbrüche wegen des geringen Phosphorgehalts im See. Den Fischen fehlten die Nährstoffe, wodurch sie langsamer wüchsen. Zwar wollten auch die Fischer einen sauberen See - doch mit einem Phosphorgehalt von unter zehn Milligramm pro Kubikmeter werde es schwierig für die Fische.

Inzwischen liege der Gehalt aber schon unter sechs Milligramm. "In unseren Augen hat der Phosphorgehalt nichts mit der Sauberkeit des Sees zu tun. Für die Wasserqualität spielt das überhaupt keine Rolle", sagte Norbert Knöpfler vom Württembergischen Fischereiverein.

Quelle: dpa


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