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Vor Antarktis entsteht das größte Meeresschutzgebiet der Welt

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Vor der Antarktis entsteht das größte Meeresschutzgebiet der Welt

28.10.2016, 07:57 Uhr | AFP, dpa

Das Gebiet rund um die Antarktis gilt als intakte Schatzkammer des Meeres. (Quelle: dpa)

Das Gebiet rund um die Antarktis gilt als intakte Schatzkammer des Meeres. (Quelle: dpa)

Jahrelang haben Umweltschützer und Antarktis-Forscher darum gekämpft, auf Tasmanien gelang nun der Durchbruch: 24 Staaten und die Europäische Union haben sich in einem historischen Deal auf die größte Meeresschutzzone der Welt geeinigt.

Der Durchbruch kam beim Treffen der Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) in Hobart auf Tasmanien. Das Meeresschutzgebiet im antarktischen Rossmeer soll mit 1,55 Millionen Quadratkilometern gut vier mal so groß sein wie Deutschland. In der Zone ist mindestens für die nächsten 35 Jahre das kommerzielle Fischen verboten.

Die Verhandlungen hatten 2012 begonnen. Zuletzt hatte sich nur noch Russland gegen die Ausweisung des Schutzgebiets gewandt, weil es Nachteile für seine Fischereiflotte fürchtete. Der nun gefundene Kompromiss bringe "den Schutz des Meeres, nachhaltige Fischerei und die Interessen der Forschung in ein Gleichgewicht", sagte der neuseeländische Außenminister Murray McCully.

Bahnbrechender Beschluss

Ein Verbund von Umweltschutzorganisationen, die Antarctic Ocean Alliance, lobte die Entscheidung als bahnbrechend. Es sei die erste Schutzzone dieser Art in internationalen Gewässern. "Es ist überhaupt die größte Meeresschutzzone", sagte Sprecherin Elsa Evers. In den Gewässern rund um den eisigen Kontinent leben Pinguine, Robben, Wale und unzählige Arten von Fischen.

Weil das Gebiet so abgelegen und so unwirtlich ist, dass kaum Schiffe dorthin fahren, ist das Ökosystem nach Angaben von Wissenschaftlern noch weitgehend intakt. Es gilt als Schatzkammer des Meeres, mit zahlreichen einzigartigen Lebewesen sowie Krill und kleinen Fischarten, die Meeressäugern als Lebensgrundlage dienen. Durch die Erwärmung der Meere dürften viele Arten zum Überleben in die kälteren Gefilde rund um die Antarktis wandern, erwarten Wissenschaftler.

"Heute wurde Geschichte geschrieben"

In der Antarktis gibt es einige Dutzend Forschungsstationen. Dort werden unter anderem die Folgen des Klimawandels auf die Meere untersucht. "Hier ist heute Geschichte geschrieben worden", meinte Verbund-Sprecher Mike Walker. "Hier wird das gesündeste Ozeangebiet der Welt geschützt." Der Kontinent selbst war bereits geschütztes Gebiet, nicht aber große Teile der Meere rundum.

Dennoch gab es auch Kritik. Die Umweltstiftung WWF kritisierte, dass die Einigung zunächst nur für 35 Jahre gilt. "Meeresschutzzonen müssen auf Dauer eingerichtet werden", sagte Chris Johnson vom WWF Australien.

Quelle: AFP, dpa


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